Im Garten des Schlosses …

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Oh

wie sie plötzlich Kopf steht

die Welt!

zu Stein erstarrt

in so genannter Wirklichkeit

mehr Bewegung im gespiegelten Bild

das Wasser kräuselt sich

die Tropfen plätschern und schlagen 

tatsächlich!

Wellen!

kleine nur

aber immerhin

wärst du eine ums Leben schwimmende

Mücke

glaubtest du 

du ertränkst im Ozean

und nicht

in einem Schönbrunner

Brunnen

wo die Emotionen

gestutzt und gepflegt werden

wie die Bäume in den Alleen auch

wie es sich gehört

für einen alten barocken Schlossgarten

in meiner Kindheit

war er mein Spielplatz

ich kenne jeden Kieselstein 

(nein, es wurden seither viele neue gestreut,

aber die Wege, die kenne ich gut!)

und das Schloss

träumte lange Zeit schläfrig

seinen Putz und Glanz 

bröselig verlierend 

vor sich hin

es gab auch

verwunsch’ne Orte

verwilderte, ungezähmte

verborgen vor den Augen der anderen

hinter knorrig alten Bäumen

und vor sich hin wisperndem Dickicht

wo Silberschlangen 

tatsächlich, tatsächlich

ihre Haut abstreiften

um sie von staunenden und wissbegierigen

kleinen Mädchen (und Buben)

ganz zufällig 

finden zu lassen

auch Männer standen da herum

und öffneten ihre langen Mäntel

vor Frauen und Mädchen

die vorüber gingen

zeigten sich mit erratischem Blick

der Welt

der sie irgendwann einmal

verloren gegangen waren

ich wusste, wo sie standen 

und wann

alles und jeder

hat seinen Platz in der Zeit

einen Ort der Offenbarung, 

nicht wahr?

wer glaubt

er könne

völlig unbeschadet

wandern

irrt

und lernt

sei ein Strahl

ein Licht

um mehr

geht es 

nicht

 

15 Kommentare Gib deinen ab

  1. Au ja, das ist durchaus möglich! Sie sind ganz in Schlossnähe!!! Wie aufregend!!!!! :o)

  2. Anhora sagt:

    Toller Text!
    Wir sind nächstes Wochenende in Wien, und vielleicht finde ich im Schloss Schönbrunn diese Skulptur und die Kieselsteine drumrum. Dann werd ich an dich denken. 🙂

  3. :o) Und einen Guten Morgen! Schau gut auf dich!

  4. Schlaft gut, meine Prinzessin, ich liebe euch auf meine Weise 🙂

  5. Ich bin nur ein Bettler, doch euer Wort ist mir Befehl: Ich werde wohl schlafen, Prinzessin <3

  6. Schlaft wohl, Prinz der Sänger!

  7. Ich ziehe von Burg zu Burg, die unerreichbare Machthaberin zu ehren in meinen Liedern. sie schenkt mir zu Ehren ein Tuch aus dem Fenster ihrer Kemenate und ehrt mich damit .. Ich bin nur ein einsamer Sanger, der seinen Text vorträgt in Demut. 😉

  8. Es gibt sie noch, die Troubadoure!

  9. Ihr seid die Liebste und die Schönste mir,
    begnadetes Kind auf hohem Turme.

    Lasst den Sänger singen
    euch ein Lied und lasst

    ein Tuch fliegen für mich
    und meine Kunst

    😉

  10. Ich sink auf den Boden und huldige meiner Herrin in Demut: Mein Schwert für euch .. Prinz Prospero

  11. Drum lach‘ ich ja, weil’s so schön ist und ich mich froi … :o) …!!!! Herzlichst …..

  12. Ne, ich glaub das schon, dass du
    von Adel bist, eine Prinzessin.

    Das ist doch keine Schande,
    sondern etwas sehr Schönes <3

  13. Jetzt hast du mich aber wirklich ganz herzlich zum Lachen gebracht, lieber Wolkenbrecher! Königskind :o)! Ich … ! In Asche und Fell gekleidet … ja, ja, ganz verborgen ;o) …. dank dir, mein lieber „bürgerlicher“ Fürst …

  14. Dann bist du ja ein Königskind und das hab ich immer vermutet. Welch Ehre, dass du mich Bürgerlichen besuchst 🙂

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