Verwirrung, ausgehalten … / Confusion, endured …

You find English translation below, my dear friends, thank you. 

Bild und Text Copyright Silvia Springer

XaeS zog die nicht vorhandenen Augenbrauen hoch. Sie konnte nicht wirklich erkennen, ob XaeS das tat oder sie ihre eigene Überraschung in das Antlitz ihres Gegenübers interpretierte, beziehungsweise sie tatsächlich eine Bewegung, die eine solche andeuten konnte, in den ebenmäßigen Zügen wahrnahm. Es war wie das fast unmerkliche Kräuseln einer Wasseroberfläche, die von einem zarten Windhauch gestreift wird.

„Ihr Menschen arbeitet für Geld? Wie seltsam! Warum tut ihr so etwas, was ist der Nutzen oder Zweck eines solchen Unterfanges?“

„Wir zahlen damit unsere Rechnungen!“

„Rechnungen?!“

Nun waren die nicht vorhandenen Augenbrauen mindestens am ebenso wenig vorhandenen Haaransatz angelangt.

„Was ist Rechnungen?“

„Plural von ‚die Rechnung‘.  Miete, Energiekosten, Lebensmittel – das alles kostet etwas, und mit dem Geld, das wir verdienen, zahlen wir all das.“

„Erstaunlich! Ihr verschiebt also Energie auf diese Weise: etwas, das allen gehört, wird geteilt und das, was genommen wird, durch … Geld wieder aufgefüllt? Wieso macht ihr das?“

„Ich glaube, du missverstehst da etwas. Um eine Wohnung zu haben, brauchst du einen Job, damit du ein Gehalt erhältst, mit dem du dann eben deine Lebenserhaltungskosten begleichen kannst.“

Nun folgte Sprachlosigkeit. Verwirrung, ganz eindeutig, auch wenn sich oberflächlich im Gesicht des Gegenübers praktisch nichts veränderte. Sie als Empathin konnte es spüren, es kribbelte in ihrem ganzen Körper, als würden alle Zellen durcheinandergewirbelt, ihre Orientierung verlieren, die gewohnten Bahnen und Muster verlassen. Sie versuchte dem Impuls zu widerstehen, aus der Haut zu fahren. Das wäre in dieser Situation – nämlich der eines Erstkontakts mit … sie wusste noch nicht, WAS es genau war … weder, ob es sich bei dem Wesen um eine außerirdische Entität handelte oder eine überirdische, astrale Projektion, ein Hologramm oder etwas Irdisch-Geistiges –  höchst kritisch.

„Lebenserhaltungskosten!? Ich verstehe nicht, was bedeutet das? Das heißt, das Leben ist etwas, was erhalten werden muss? Und es kostet etwas????“

Sie konnte die vielen Fragenzeichen am Ende des Satzes geradezu sehen und spüren. Sie wusste nicht, was sie darauf antworten sollte, sie konnte sich die Verwirrung ihres Gegenübers nicht vorstellen, nicht verstehen, was man an dem, was sie erklärte, nicht verstehen konnte. Dann fiel ihr ein, dass sie im Grunde beide einander deshalb verständnislos gegenüberstanden, weil beide aus völlig unterschiedlichen Realitäten kamen, Welten, Universen, die jeweils andere Konzepte von was auch immer hatten. Ihre Verwirrung war also die Verwirrung des Gegenübers, weil in ihren Köpfen unterschiedliche Bilder schwebten, und das Einzige, was sie verband im allerbesten Sinne und sie nicht aufeinander losgehen ließ, weil sie sich fürchteten, war ihrer beider Neugier.

Und vermutlich eine gewisse Freundlichkeit ihrer Herzen, eine Art sanfter Mut, der sie aufeinander zugehen ließ, anstatt aufeinander zu prallen und sich gegenseitig zu erschlagen. Beide wollten verstehen, was da gerade vor sich ging. Es gab etwas, das sie das tun ließ – stehenzubleiben, wo andere erobert hätten, oder verteidigt, je nach Konzept. Anstatt sich ihrem Erschrecken zu ergeben, weil da etwas geschah, das sie nicht verstanden, nicht kannten, völlig fremd war, blieben sie stehen. Für einen Wimpernschlag, während ihre Blicke aufeinander trafen, ließ sich in der schwarzen Pupille der einen und in der phosphoreszierenden, sich stetig in Farben verändernden Irispupille der anderen Gestalt etwas erkennen, das sie aufeinander zugehen und die Hände nacheinander ausstrecken ließ. Zwei Individuen aus zwei Welten, für den anderen jeweils unerforschtes Gebiet, nicht einmal erahnt, aber gefunden durch die Lust am Entdecken, einer Offenheit des Geistes, der nicht einmal ein Raumschiff benötigte, um von einem anderen Ende des Universums, das keines, zum anderen, das noch viel weniger Ende war. Und so standen sie nun, hielten einander an den Händen und wunderten sich.

Vielleicht – schoss es ihr durch den Kopf – kam das wunderschlanke Wesen nicht aus einer völlig unbekannten Galaxie, sondern von der anderen Seite des Extrems, auf dem die Menschen ihrer Entwicklung entgegenstolperten, was völliger Unsinn war, aber eigentlich nur deshalb, weil sich dieser Gedanke tatsächlich nur in ihrem Gehirn befand, und … war das Gehirn ein Sinn? Sie wünschte, sie hätte in der Schule besser aufgepasst, anstatt heimlich Comics zu lesen oder Geschichten niederzukritzeln.

© Silvia Springer 
© Silvia Springer

ZaeS raised their non-existent eyebrows. She couldn’t really tell if ZaeS was doing that or if she was interpreting her own surprise in their face, or if she was actually perceiving a movement that could suggest such a thing in their even features. It was like the almost imperceptible rippling of a water surface touched by a gentle breeze.

“You humans work for money? How strange! Why do you do such a thing, what is the benefit or purpose of such an endeavor?”

“We pay our bills with it!”

“Bills?!”

Now the non-existent eyebrows had reached at least the equally non-existent hairline.

“What are bills?”

“The plural of ‘bill.’ Rent, energy costs, groceries—all of these things cost money, and we pay for them with the money we earn.”

“Amazing! So you transfer energy in this way: something that belongs to everyone is shared, and what is taken is replenished by… money? Why do you do that?”

“I think you’re misunderstanding something. To have an apartment, you need a job so you can earn a salary, which you can then use to pay your living expenses.”

Now there was silence. Confusion, clearly, even though superficially nothing had changed in the other person’s face. As an empath, she could feel it, a tingling sensation throughout her entire body, as if all her cells had been thrown into turmoil, losing their bearings, abandoning their usual paths and patterns. She tried to resist the urge to jump out of her skin. That would be in this situation—namely, that of a first contact with… she didn’t yet know WHAT it was exactly… neither whether the being was an extraterrestrial entity or a supernatural, astral projection, a hologram, or something earthly-spiritual – quite critical.

„Cost of living!? I don’t understand, what does that mean? Does that mean life is something that has to be sustained? And it costs something????“

She could almost see and feel the many question marks at the end of the sentence. She didn’t know how to respond; she couldn’t imagine her counterpart’s confusion, couldn’t understand what was so difficult to understand about what she was explaining. Then it occurred to her that they were basically facing each other in incomprehension because they both came from completely different realities, worlds, universes, each with different concepts of whatever. So their confusion was the confusion of their counterparts, because different images floated around in their heads, and the only thing that connected them in the best possible sense and prevented them from attacking each other, because they were afraid, was their mutual curiosity.

And probably a certain friendliness in their hearts, a kind of gentle courage that allowed them to approach each other instead of colliding and killing each other. Both wanted to understand what was going on. There was something that made them do that—to stand still where others would have conquered or defended, depending on their concept. Instead of giving in to their fear because something was happening that they didn’t understand, didn’t know, was completely foreign to them, they stood still. For a split second, as their eyes met, something could be seen in the black pupil of one and in the phosphorescent, constantly changing iris of the other that made them move toward each other and reach out their hands one after the other. Two individuals from two worlds, each uncharted territory for the other, not even imagined, but found through a desire to discover, an openness of mind that didn’t even need a spaceship to travel from one end, which was no end at all, to the other, which was even less of an end. And so they stood there, holding hands and wondering.

Perhaps, it occurred to her, the slender creature did not come from a completely unknown galaxy, but from the other side of the extreme, where humans stumbled toward their development, which was complete nonsense, but only because this thought was actually only in her brain, and… was the brain a sense? She wished she had paid more attention in school instead of secretly reading comics or scribbling stories.

Translated with DeepL.com (free version)

 

13 Kommentare auch kommentieren

  1. beautiful! picture and words <3

    1. diespringerin sagt:

      Oh, thank you, sister in spirit!💗🌎🌍

  2. Mindsplint sagt:

    Ziemlich spooky – aber verdammt gut, liebe Silvia :-)

    1. diespringerin sagt:

      Danke, liebe Bea, ich werde ganz rot ☺️… freu! Herzliche Grüße!

  3. finbarsgift sagt:

    Wundervoll ☀️ 💐💌

    1. diespringerin sagt:

      Awwwww, dankeschön 🙏🏻☺️

    1. diespringerin sagt:

      Ich hoffe, ich interpretiere dein „Hach“ jetzt richtig ;) … , danke für deinen Besuch!

  4. Es kam gerade passend für mich, natürlich auch mit dem schönen Photo. So habe ich es auch bei mir angezeigt.

    1. diespringerin sagt:

      Dankeschön!

    1. diespringerin sagt:

      💚🙏🏻

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