20

Einer hatte ihr beim Abschied mal gesagt: „Es kommt immer etwas Besseres nach. IMMER.“ Natürlich. Weil es niemals etwas Besseres als den bewusst erlebten Augenblick geben kann. Aber um das (wirklich) zu begreifen, musste sie viele Meilen reisen. Nein: das Reisen ist das bewusste Erleben vieler Augenblicke, bei dem jeder einzelne Moment an sich so…

19

Und dann waren da noch die inspirierende Heather und ihr schnittiger 1962 Austin-Healey Sprite …  sie lehnte sich zurück und nahm die Bilder in sich auf, das Licht, die Farben, die Landschaft, die Geräusche (der Motor! Heathers vergnügtes Lachen!), die Gerüche … (an grauen Winterabenden würde sie die Augen schließen und an das Licht in…

18

Im Garten von El Paso durfte sie Früchte ernten. Chilischoten vor allem. Cherrytomaten frisch vom Busch in den Mund pflücken. Sie schnitt einen Feigenbaum zurück, der keine Früchte trug und anderen Pflanzen und Früchten die Sonne und das Wasser stahl, wie der Gärtner erklärte. Er würde ihn irgendwann bald ganz fällen, da wo Wasser kostbar…

12

El Paso, ein Ort der Ernüchterung. Nach der Zauberhaftigkeit der Sonora-Wüste einfach anders. Und doch auch schön. Hier fiel sie. Hier suchte sie Wahrheit, Antworten, fand sie. Verlor sich (in der Vergangenheit). Weinte. Lachte. Wunderte sich. Verwurzelte sich in sich selbst, im Garten von El Paso. Das ist wieder eine ganz andere Geschichte. *** El…

11

Zwei sehr alte, sanfte und goldene Seelen, die ihren Aufenthalt in Tucson noch magischer machten. Sie hatten eine großartige Zeit miteinander … sie schloss die beiden in ihr Herz. /Two very old, kind, golden souls. Made her stay at Tucson even more magical, they had a great time together … she took them both to…

10 – Noch nicht bereit, jedoch nicht abgeschlossen .. es kommt noch mehr / Not ready yet, not finished either … still more to come

Längst wieder in Wien, mit vielen Bildern und Eindrücken, in einer völlig anderen Welt, mit anderem Zauber. Sie hatte noch einige Geschichten im Rucksack, ein paar davon würden wohl unerzählt bleiben und unsichtbar wirken. Wie das Leben eben so ist. / Long since back in Vienna, with many pictures and impressions, in a another world,…

8

Frank, ein weiterer Bewohner der Unterkunft, fragte sie, ob sie schon Mount Lemmon gesehen hätte. Er fuhr mit ihr eines Abends zu einem Aussichtspunkt, wo sie – dank des Mondlichtes, der praktisch alles erleuchtete – über die Felsen kletterten und liefen, sich an einem Felsvorsprung niederließen und über Gott, die Welt und eventuelle Außerirdische unterhielten…

7

Sie wanderte durch eine Zauberlandschaft, um alten Wesen und Geistern  zu begegnen, die Geschichten zu sehen, welche die Natur erzählt …  / She wandered through a magical landscape to meet ancient beings and spirits, to see the stories that nature tells … Es begegneten ihr (früh morgens) Wildschweine, Hasen, Kolibris und andere Vögel …  / …

6

San Xavier del Bac Mission: ein wahrlich magischer Ort … / a truly magical place … Die öffentlichen Verkehrsmittel in Tucson sind gratis. Das fand sie wunderbar. Sie fuhr mit ihnen kreuz und quer. Sie sah viel, nicht nur Landschaft, sondern auch menschliches.  Es waren oft recht alte, klapprige Busse, aber sie kamen, fuhren meistens…

5

Please find English translation below Sie schlief ein, sobald ihr Kopf den Polster berührte, sie erinnerte sich zumindest nicht wirklich, wie üblich eine Weile im Bett zu rotieren wie eine Katze, bis sie endlich die richtige Passform zwischen den Laken, Polstern und Matratze gefunden hatte. So hörte sie auch keine der Benachrichtigungen, die via WhatsApp…

3

You Don’t Have to Cry (2005 Remaster) English translation below (like always, and thank you :) )  Nein, weinen musste sie tatsächlich nicht (mehr), das hatte sie getan, solange es nötig war, um ihren Kopf, ihren Blick, ihr Herz zu reinigen und zu leeren von allem, was … eben nicht mehr zählte, nicht wichtig war….

2

Please find English translation below Eine Geschichte sollte mit einem echten Anfang beginnen, oder? Das Leben verläuft linear, nicht? Diese neue Reise war von Anfang an anders geplant, aber wie heißt es so schön? Gott lacht über die Pläne der Menschen, weil er ganz andere für sie hat? Alles kam anders, als sie dachte, und…

1

Please read English translation below Sie hatte eigentlich andere Pläne gehabt, aber ihre Spirits brachten sie nach Tucson, Arizona.  Als sie am ersten Tag die Stadt durchstreifte, auf der verzweifelten Suche nach einer Tube Zahnpasta (sie hatte praktisch an alles gedacht, auch an die Zahnpasta, aber die lag irgendwo in Wien herum, hatte sich geweigert,…

Zeit fliegt / Time Flies

Nicht vergessen: Wunder geschehen jeden Tag. Und: sich Trau’n kommt von VerTrauen. Und das kommt von der Liebe. Habt ein fröhliches Silvester! Von Herzen: Danke euch allen! PS: Free WiFi heißt natürlich „Freie Wilde Fiktion“ :o) *** Mind you: miracles happen every day. Dare to trust: faith follows love. Have a joyful New Year’s Eve!…

Konzentriert / Concentrated

Während er fuhr, fotografierte sie. Alles musste natürlich schnell passieren, keine Zeit für bewusste Kompositionen, Einstellungen. Sie liebte das. Sie hatte gelernt, dass der Augenblick alles bereithielt, was notwendig war. In der Durchsicht und Nachbearbeitung entdeckte sie die Sinfonie des Lebens, mit allen Harmonien und Dissonanzen. Das war ihr Bereich: das Einfangen der Momente und…

Zwischen den Zeiten / Between Seasons

Offenbar gab es eine kurze Herbstpause in Park City: Sie waren ganz allein, nur untertags kamen Arbeiter, die das Haus nebenan renovierten. *** It seemed as if there was a short break between the seasons in Park City: they were completely alone, only workers came during daytime to renovate the house next door. © Silvia…

Heimfahrt / Homebound

Allmählich veränderte sich die Landschaft. Sie passierten Flagstaff und näherten sich Fredonia, einem vor zwei Jahren liebgewonnen Ort. Dort wollten sie Rast machen, einen Happen essen, bevor es dunkel wurde. *** The landscape changed. They passed by Flagstaff and were heading towards Fredonia, a place they had a keen memory of. There they wanted to…

Gesichter des Flusses / The River’s Faces

Sie folgten dem Rat eines Paares, das sie auf der Navajo Bridge trafen, einen kleinen Abstecher zum Fluss selbst zu wagen. Sie wateten im eiskalten Wasser badeten sowohl darin als auch im Spiel der Farben und des Lichts, das sie umgab. *** They followed the advice of a couple they met at Navajo Bridge to…

Colorado River!

Schließlich erreichten sie den Colorado River und überquerten die Navajo Bridge. Die Höhe war schwindelerregend. Der Anblick des Flusses atemberaubend. *** They reached Colorado River at last and crossed over the Navajo Brigdge. The height was somehow vertiginous. The view upon the river breathtaking. © Silvia Springer    

Das Vergessen der Zeit / The Forgetting of Time

(Please read English translation beneath German version) Es war still hier. Licht. Farben. Gerüche. Ihr Gefährte schritt voran, sie nahme eine andere Wegbiegung, dachte, sie würden bei der nächsten aufeinander treffen. Sie verlor sich in den Eindrücken, die auf sie einströmten. Sie schaute, photographierte, schnupperte, blinzelte, lauschte. Sie tanzte verzückt und barfuß auf dem Rücken…

Margaritas!

Das Elote Cafe war – wie immer – gut besucht, sie mussten mit langen Wartezeiten rechnen. Ihr Gefährte machte sich auf, Margaritas zu besorgen, während sie auf der Terasse saß und auf das Hotelgelände blickte. Es war wie in einem dieser amerikanischen Filme. Schöne und reiche Menschen tummelten sich um den Swimmingpool. Vermutlich auch ein…

Klapperschlange / Rattlesnake

Diese war noch jung, sie wies noch keine Klappern auf. Im Zubeißen würde sie sofort die volle Ladung ihres Giftes versprühen. Sie war also gefährlicher als eine alte Schlange. Sie dankte dem Tier, dass es sich fotografieren ließ und belästigte es sonst nicht weiter. *** This one was young, it did not yet have its…

Sedona

Kunstmarkt in Sedona, die Menschen waren gechillt und freundlich. Sie checkten ein und verschafften sich erst mal einen Überblick … … Walt Disney hatte hier gelebt, die Gegend war Kulisse für viele Western gewesen. Sedona war nach der Ehefrau von T.C. Schnebly benannt worden, der um 1899 in der Gegend eine Poststation eröffnet hatte. In…

Kindheitstraum / Childhood Dreams

(Please find English translation just below the German version. ) Irgendwie seltsam, durch eine Landschaft zu reisen, die fremd und doch vertraut war. Sie hatte seit ihrer ziemlich frühen Kindheit so viele Wildwest-Filme gesehen, die sie dazu inspirierten, eigene Geschichten zu erfinden, dass sie das Gefühl hatte, nie woanders als hier gewesen zu sein. Ihren…

On The Road Again

Sie packten ein paar Dinge, und los ging’s. Als sie durch die Wüste fuhren, lauschten sie den Klängen und hypnotischen Texten des Jim Morrison. Sie waren praktisch high, ganz ohne Drogen. Der Fahrtwind riss ihm den Hut vom Kopf. Sie fuhren ein ganzes Stück zurück, stiegen aus, liefen suchend durch das Gelände, aber er schien…

Das Selbst, Wildnis / The Self, Wilderness

Während der Reisegefährte seine jeweilige Busroute fuhr, strolchte sie alleine durch die Straßen, die mittlerweile vertraut waren. Sie wusste, wo es was zu finden gab, wie man dorthin und dahin kam und nahm zur Kenntnis, wie heimisch sie sich fühlte. Aber andererseits passierte ihr das immer, wenn sie auf Reisen war, nur „zu Hause“, in…

Über die Leichtigkeit des Reisens … / About the lightness of travelling …

(Please find Englisch translation beneath the German version) In Amsterdam musste sie umsteigen, dann ging es direkt nach Salt Lake City weiter. Die Reise begann um 4:20 Uhr des morgens, als sie das Taxi bestieg, um zum Flugzeug zu gelangen. Um diese Zeit gab es noch nicht mal einen Bus zum Flughafen. Es war ohnehin…

Dann kam der Mond … / Then the Moon Rose …

… Bestätigung, dass selbst in tiefster Nacht ein Licht leuchten kann. Der eingeschlagene Pfad würde nicht der Dunkelheit anheimfallen. Die Sandkörner auf ihm reflektieren den reflektierten Schein, erleuchteter Faden wie Seidengespinst ins Labyrinth und wieder hinaus. Trügender Schein oder Offenbarung. Die Antwort: in dir. *** … confirmation that even in the dead of night there…

Felsmalerei / Rock painting

Der Schatten einer Seele wandert durch die Wüste, scheinbar wiedergeboren aus bodengenährtem, windzerzaustem Busch, immer in Gefahr, in tausend Stürmen der Erde entrissen, von ihr entwurzelt zu werden. Sinnbild einer Welt für sich. Dann, plötzlich … *** A soul’s shadow wanders through the desert, seemingly reborn from soil-fed, windblown bush, always in danger of being…

De profundis.

Am Boden. Was heißt das schon? Am Grund angekommen. Den Schatten immer dabei. Ohne Sonne kein Schatten. Ohne Dinge kein Schatten. Ohne Schatten keine Dinge? *** On the ground. What does that mean? Arrived at the bottom. The shadow always there. Without sun no shadow. No shadow without things. Without shadow, no things? Sie hatten…

Riding the Bus to Magna …

This is a Diashow: English translation below Das Licht, die Wolken, die Berge, die Kälte … die Landschaft, die vorüberhuschenden Häuser, die Menschen … all das zusammen ergab eine Folge wundervoller Augenblicke, die sie versuchte mit ihrer Kamera zu erhaschen. Sie war keine dieser Schmetterlingsjäger, die ihre Beute aufspießten, um deren Schönheit für spätere Zeiten…

Nachts in Salt Lake City / When Night Falls upon Salt Lake City

Die Arbeiten an der Kanalisation dauerten die ganze Nacht an. Die Motoren dröhnten, der Dampf stieg in die Höhe, tanzte in der kalten Nacht, umnebelte die Männer in ihren Schutzanzügen. Die Scheinwerfer vorüberfahrender Autos vervollständigten die Choreographie, es war tatsächlich bezaubernd. *** The work on the sewer system continued throughout the night. The engines roared,…

Red Butte Garden

  English Version below Der Ausblick vom Red Butte Garden war phänomenal. Die Berge selbst auch. Die Wolken, der Wind verliehen der Landschaft, dem Tal eine gewisse Dramatik. Der Boden atmete, pulsierte kraftvoll unter ihren Füßen. Sie liebte die Weite, den Wind in ihren Haaren. Der Frühling kündigte sich bereits an. Als sie den Ausgang…

Pat’s B.B.Q. and The Sister Wives

Es war Freitag Abend. Die Sonne stand in Begriff unterzugehen, als sie Pat’s B.B.Q. erreichten. Der Andrang war groß, denn sowohl die Burnt Ends als auch die „Sister Wives“-Band genossen einen ausgesprochen guten Ruf. Sie kamen rechtzeitig, die Band zu erleben, aber die Burnt Ends waren ausverkauft. *** It was Friday evening. The sun was…

Ankunft / Arrival

Das letzte Stück der Reise verlief reibungslos. Abgesehen vom unruhigen Flug aufgrund diverser Luft- und Windströmungen. Sie wusste, dass der Flughafen in Salt Lake City sehr überschaubar war. Außerdem musste sie hier keine Zollkontrollen durchlaufen, das war alles bereits in Los Angeles geschehen. Ihre Freude war groß. *** The last part of the journey went…

Schlaflos / Sleepless

Es gab Schlimmeres im Leben als einen Anschlussflug zu verpassen, egal wie müde sie auch sein mochte. Sie wanderte unruhig durch die Gänge des Flughafens in Los Angeles, putzte ihre Zähne in einem der Restrooms, benetzte ihre Augenlider mit kaltem Wasser. Die ganze Nacht hindurch wurde Musik gespielt, überall brannte Licht. An Schlaf war nicht…

Westwärts zieh‘ ich / Far West Bound

English translation below Wieder einmal machte sie sich auf und flog gen Westen. Über einen halben Kontinent, einen ganzen weiten Ozean, einen weiteren dreiviertel Kontinent hinweg an einen Ort an der Grenze zwischen Salzsee auf der einen und den Ausläufern der Rocky Mountains auf der anderen Seite. Was sie am Reisen liebte waren weniger die…

Wandle in Schönheit / Walk in Beauty

Erinnere dich, freu‘ dich, halt‘ nicht fest. Geh weiter. Der Fluss, der sich am Fuße des Berges sich an dessen Felsen dort schmiegt und fließt, bleibt auch nicht stehen. Du findest in ihm nicht mehr jenes Wasser, in dem du einst gewandert bist. Und doch ist er noch immer derselbe Fluss. Nicht wahr? *** Remember,…

Einmal schlafen noch / One More Night

Die Nacht senkt sich über das Tal. Die Berge versinken in der Feuchte, Dampf steigt hoch, ehe er zu klirren beginnt in Eishauchstarre. Die Bäume, sie locken dich? Meine Seele haben sie schon, sie singt zwischen den Zweigen und tanzt, mit dem Wind. *** Night falls above the valley. Mountains sink into moist darkness, steam…

Um wach zu sein … / To be awake …

… bedarf es der Nacht zu Träumen die Welt … / … it needs the Night to Dream the World … Sie ging schwanger mit Bildern, nie geseh’n, weil sie noch nicht gewesen waren. / She was pregnant with Visions, never seen, because they had never been yet. Am Rande der Dämmerung erhob sie sich…

Schattenspringen in New York (22) – Epilog

Die Schattenspringerin dankt: für die Möglichkeit zu reisen, der Stadt, die sie so freundlich behandelt hat, den Menschen, die ihr begegneten, die diese Reise erst zu der machten, die sie war. Und sie dankt jenen, die sie Anteil nehmend von Nah und Fern begleitet haben. Aus vollem Herzen dankt sie, in die ganze wundervolle, weite Welt…

Schattenspringen in New York (21)

Der Abschied nahte. Da jeder Augenblick mit intensiven Gefühlen erlebt wurde, war er da, ehe sie sich darauf vorbereiten konnte. Was vermutlich gut war, denn hätte sie Zeit gehabt darüber nachzudenken, wäre ihr das Kofferpacken, das Zusammengeklaube der verstreuten Dinge im Hotelzimmer nicht so leicht gefallen. So fiel sie am letzten Abend schließlich todmüde in…

Schattenspringen in New York (18)

Sie strolchte herum, die Tage waren lang und die Nächte etwas kühler. Das fand sie angenehm, und zu sehen gab es genug. Es wurde klar, dass sie wiederkommen musste. Sie mochte die Vielfalt dieser Stadt zu sehr, die Geschichte oder vielmehr ihre unzählichen kleinen, scheinbar unbedeuteten Geschichten, die ihr aber erst den unverwechselbaren Character gaben….

Schattenspringen in New York (9)

Es lag nahe, nämlich nicht nur im sprichwörtlichen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes, das Empire State Building … hm, zu besteigen war nicht das richtige Wort bei hundertunddrei Stockwerken, von denen sie die ersten sechsundachtzig mit dem Lift fuhr. Aber die letzten sechzehn erkletterte sie tatsächlich (im Stiegenhaus steile und enge Treppen empor, nicht an…

Schattenspringen in New York (8)

Es gab etwas an der Brooklyn Bridge, das sie besonders schön fand. War es das verbindend Verbindliche zwischen zwei unterschiedlichen Welten (denn drüben in Brooklyn, da war es doch ein wenig anders, einfach ein wenig anders)? Die Architektur? Die jeweilige Perspektive, je nachdem, wo man gerade stand? Die atemberaubenden Ansichten, egal, wo man gerade stand?…

Schattenspringen in New York (6)

Es war seltsam. Sie, die so geräuschempfindlich war, Musik nur hörte, wenn sie wirklich Musik hören wollte und keine simple Berieselung, und schon gar nicht bei der Arbeit, schätzte. Sie, die in der Nacht beim kleinsten Geräusch augenblicklich hellwach wurde und danach nicht mehr einschlafen konnte. Sie, die irgendwie allergisch auf allzu laute Stimmen reagierte, die…

Schattenspringen in New York (5)

Unmöglich, diese Stadt in weniger als zwei Wochen zu erkunden. Unmöglich, eine Auswahl zu treffen. Zu sehr interessierten sie diese Straßen, Parks, Plätze und vor allem: ihre Menschen. Also ließ sie sich – wieder einmal, wie fast immer, wenn sie auf Reisen war – treiben. Sie ging einfach und folgte … ihrer Neugierde. Der Plan,…

Schattenspringen in New York (4)

Sie hatte Gene Roddenberrys Visionen immer geliebt, schon als Kind. Und das Universum einer besseren Welt, das im Laufe der Jahrzehnte der ursprünglichen Serie entstand, ja, das erst recht. Eine Erde, deren Menschheit alle globalen Probleme letztendlich friedlich gelöst hatte, in der die Menschen kein Geld mehr brauchten und voller Respekt den Weltraum erforschten, um dort Welten…

Schattenspringen in New York (3)

Oh, die Stadt überwältigte sie. Sie wanderte durch die Straßen, den Blick schweifend wie ein langhalsiger Vogel, um ja keinen der Abermillionen Eindrücke, die auf sie einströmten, zu verpassen. Natürlich wusste sie, ein unmögliches Unterfangen. Sie fasste nur wenig. So wenig. Sie wanderte. Wanderte. Wanderte. Fing Momente ein mit ihrer Kamera. Merkte mit jeder Stunde,…

Schattenspringen in New York (2)

Ein heftiger Regenguss zwang sie, unter einen Hotelbaldachin zu flüchten. Dort stand sie, zusammen mit dem Doorman des Hotels, und wartete. Sie sprachen über den Regen, er meinte, er würde Stunden andauern. Die Straßen schienen leer. Hin und wieder ging ein Passant – mit oder ohne Regenschirm – vorbei. Eine alte Frau schob ihren Rollator vor…

Schattenspringen in New York (1)

Die tosende, glosende, großartige Stadt bot sich täglich an, dies zu tun. Sie fühlte sich seltsam vertraut an. Die Springerin ging durch ihre Straßenschluchten, überquerte Brücken, fand ruhige Plätze und scharfe Kontraste. Sie liebte den Pulsschlag der Stadt. Er machte sie unruhig, ja. Konfrontierte sie mit sich selbst, mit allen Sehnsüchten und Ängsten und Freuden….

Der Wilde Ritt des Jahres …

Es war ein wildes Jahr, ein großes, bewegendes, beunruhigendes, unglaublich schönes und trauriges, ein glückliches Jahr. Es war ein Jahr unseres Lebens. Ein Jahreskreislauf, der beginnt, wenn in der Zeit der größten, dichtesten Dunkelheit, in der knisternden Kälte klammer Äste und Zweige nach allerlängster klirrender Nacht das Licht neu geboren wird, Richtung Sommer hin, der…

Lernen

Wir haben solche Angst davor, verwundet zu werden, dass wir Harnische anlegen. Mauern um uns herum bauen. Undurchdringlich. Für den Schmerz (hoffen wir). Dabei vergessen wir, dass große Schönheit nur durch unsere Bereitschaft den Schmerz, der passiert, anzunehmen entsteht. Was klein war, kann nun groß werden und ergreifend, nicht nur äußerlich schön. Es berührt. Die…

Die Große Heilige Wunde

Die große Schlucht Würde ihre Namen In den Winden Flüstern Auf ewig Ihr beider Lied Singen Liebende in Talmulden Innehalten Und horchen Ihrer Leidenschaft Ein weiteres Denkmal Setzen Das war Und konnte niemals mehr Ungeschehen Werden Die Schlucht Entstanden als Große Wunde Lächelt Aus Schmerz Kommt Liebe & Leben Selbst die Lust Schreit Was Willst…

Brilliant Days

I found something in myself unexpected but irrestistable: the world’s love for me I just looked at what was spreading before me curious and humble and found everything what is within me too and I am within world one heart among …  _______________________________________________________ Picture made by George Gonzales (thank you for being such a great…

Ghost Buffalo

Seltsam, ich verfalle in Schweigen. Ich betrachte den Bison und verstumme. Befinde mich in wortloser Kommunikation mit einem Geist, der so viel größer ist als ich. Größer als der Körper, der als geballte Kraft vor mir steht. Die Farben verblassen, die Konturen verschwimmen, es gibt nur mehr Hell und Dunkel, silbernes Weiß, schwärzliches Braun. Obwohl…

Ein Verdauungsspaziergang

Ich bin seit über einer Woche wieder in Wien. Noch immer stehe ich gewissermaßen unter Schock. Ich werde lange brauchen, um alle Eindrücke zu verdauen. Die Reise war mehr als ein touristisches Unternehmen. Bereits als ich mich dazu entschloss, wusste ich, dass es sich im Grunde um eine Art Pilgerschaft handelte, einen Aufbruch der Seele…

The Holy Waters of Zion Canyon

Stones and wells talkative and true calling soul and heart and body spiritmind bodysoul one soul one being Holy place no master needed naturemotherfather nothing more requested than attention dedication a strong and still tender will opening up for life  and death for your destiny even if you try to deny that there is such…

The Grand Canyon Motel

Wer das etwas Andere (und Katzen, es huschen Dutzende herum) liebt, ist hier goldrichtig. Wer klinische Sauberkeit und deren neue Klischees des modernen Tourismus sucht, nicht. Wirklich Reisende werden es genießen als unerwartete Möglichkeit, etwas scheinbar Verlorengegangenes wiederzufinden: Langsamkeit, Ruhe, vollkommene Imperfektion – das Leben ist ein vorübergehendes Ereignis … nicht mehr und nicht weniger….

On the Road … to the Grand Canyon

Die Reisende war also unterwegs zum Grand Canyon, zusammen mit ihrem Gefährten. Sie hatte so viel über dieses Gebiet gehört, gelesen, so viele Bilder und Filme gesehen, dass sie sich nun gar nicht wirklich vorstellen konnte, was sie erwartete. Gab es den Grand Canyon nicht nur in Träumen, war er nicht eine diese Leinwand-Illusionen aus…

Des Lebens und der Liebe Siegerkranz

Ich fand ihn schaukelnd auf sanften Wellen hob ihn auf und schenkte ihn meinem zärtlichen Wilden Mann er schüttelte sein Haupt das Haar, das silberne, flog ein weiterer Strahlenkranz um das Leuchten seiner Augen sanfter Sonnenuntergang ich kraulte seinen Bart verfing meine Lippen in ihm verlor mich und fand mich wieder wie den Siegeskranz hob mich…

Erwachen

Die Reisende hatte nicht erwartet … sie wusste nicht einmal, dass sie Erwartungen gehabt hatte, aber irgendwelche musste es gegeben haben, sonst wäre sie nicht so erschüttert von den Eindrücken, die in diesen Tagen auf sie eingeströmt waren wie der Fluss, an dessen Ufer sie nun saß, in dessen aufgewühltes Wasser sie blickte, träumerisch einerseits…

The Great Salt Lake

Es war eine Reise in meine eigene Seele. Es war mehr als die Erfüllung eines Kindheitstraumes. Mein Guide George Gonzales  erzählte mir auf unserer Heimfahrt, dass ich im Laufe des Besuches des Great Salt Lake und den Erlebnissen „quite shocked“ wirkte. Ich hatte nicht erwartet, derartig berührt zu werden: von einer Landschaft, den Begegnungen mit…

The Very Holy Spirit of the Wild, Wild West

Fullfilling childhood dreams cracked my souldoor open now the light comes in like the Holy Spirit of the Wild Ones I’ll never be the same again newborn child of light and earth. *** I want to thank you, George Gonzales, and your son (sun) Rubin. God bless you and your loved ones. © Silvia Springer

Sundancing in Park City

Hier blühen noch die Kirschbäume. Auch der Flieder. Die Kastanienbäume. Ich erlebe dieses Jahr einen langen Frühling voller Sonnenlicht.Wir verbrachten den Tag in Park City, dem Ort mitten in den Wasatch-Bergen, an dem das jährliche Sundance Film-Festival stattfindet. Der Gedanke gefiel mir. Wir besuchten eine Galerie nach der anderen: entdeckten Jared McMillen, einen Fotografen, der…

Rare … Books

Die Reisende wurde an ihre Kindheit erinnert, in der sie ganze Nachmittage in der kleinen Filiale der Städtischen Büchereien verbracht hatte. Schmale Fenster nahe der Decke ließen Lichtstrahlen ein, in denen Millionen von Staubpartikeln wie ekstatische Derwische tanzten und kreisten. Die Reisende liebte es, zwischen den Regalen hin und her zu wandern, mit den Fingerspitzen…

An European Travelers Views

Der Abend senkte sich herab über Salt Lake City. Ich trabte vom Supermarkt zu meiner Unterkunft, todmüde von all den Eindrücken des Tages, die nachwirkten. Ein Mann, etwa Mitte Fünfzig, mit dickem Bauch und schlechten Zähnen, murmelte etwas von „Rainclouds“. Ich nickte, meinte, dadurch wäre das Licht besonders. Er lächelte. Die Freundlichkeit der Leute, denen…

First Impressions of a Shy European Traveler

Seltsam vertraut, beunruhigend fremd. Ich gehe und schaue und sehe. Ich erkenne das Land der Hoffnungen und Träume. Ich sehe die Realität. Ich sehe die Wirklichkeit, die ich mit meinen Sinnen erkennen kann. Einen Ausschnitt einer viel größeren, umfassenderen. Ich kann nur meinen persönlichen Blick auf die Welt anbieten, als meinen Anteil an der unendlichen Vielfalt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft…