Einmal geweckt, … / Once roused …

Man Of No Ego – Web Of Life

Please find English translation below, thank you!

Dies war einer der Orte, der ihre Sehnsucht nach der großen weiten Welt nährte, eine kleine, aber feine Filiale der Städtischen Bücherei, zu der sie einst in längst versunkener Vergangenheit alle ein bis zwei Wochen pilgerte und in der sie andächtig Stunden verbrachte im schummrigen Licht, mitten im Bücherstaub, der in den einzelnen Lichtstrahlen, die sich hin und wieder in die heiligen Hallen verirrten, tanzte und ihr wieder einmal zeigte, nicht das erste und nie das letzte Mal, dass Menschen nichts anderes als Sternenstaub seien, überhaupt alles nichts anderes als goldene und unendlich wertvolle Staubkörner waren, Bausteine, Kreationen, die wiederum zusammengebastelt Schöpfungen hervorbrachten, durch eine unsichtbare und doch nicht zu leugnenden Kraft, die selbst vielleicht unbewegt nichts anderes tat, als zu bewegen, zu bewegen, zu bewegen.

Der letzte Sommer spülte sie wieder wie zufällig an diese Stelle, sie sog das Bild der Umgebung ein, wie festgefroren in ihrer Erinnerung, auf den ersten Blick schien sich nichts verändert zu haben. Aber im Näherkommen konnte sie erkennen, dass kein Licht brannte, die Türe war verschlossen, das Geländer, das ihre Kinderhände kannte, wann war sie dort das letzte Mal diese Stiegen hinaufgegangen, hatte das letzte Mal einen ganzen Stoß ausgeliehener Bücher zurückgeben, um keines mehr auszusuchen, wann war sie von dort ausgezogen in die Welt des Außen? Sie erinnerte sich nicht …

Die Filiale war schon lange geschlossen. Die Bücherregale verschwunden, die Räume, leer.

This was one of the places that fueled her longing for the big wide world, a small but lovely branch of the municipal library, to which she in a long gone past made a pilgrimage every week or two and where she spent hours in reverence, surrounded by the dim light and the dust from the books, which danced in the occasional rays of light that strayed into the sacred halls, and showed her once again, not for the first and never for the last time, that humans were nothing but stardust, that everything was nothing but golden and infinitely precious grains of dust, building blocks, creations that, when put together, produced creations through an invisible yet undeniable force that, even if unmoved, did nothing but move, move, move.

Last summer, she was washed up here again, as if by chance, and she absorbed the image of her surroundings, frozen in her memory. At first glance, nothing seemed to have changed. But as she got closer, she could see that no lights were on, the door was locked, the railing that her children’s hands knew, when was the last time she had climbed these stairs, returned a whole stack of borrowed books, not to choose another one? When had she moved out of there into the outside world? She couldn’t remember…

The branch had been closed for a long time. The bookshelves were gone, the rooms empty.

Translated with DeepL.com (free version)

7 Kommentare auch kommentieren

  1. Kerstin P. sagt:

    liebe Silvia,
    seit einer Weile trage ich diese Formulierung von dir mit mir herum:
    „das Geländer, das ihre Kinderhände kannte“ und wollte dir danken, weil man oft nicht ahnt, welche tiefe Wirkung Worte auf andere haben können.
    In einer Phase großer Umbrüche, Verwirrungen und Veränderungen hat mich dieser Gedanke genährt und ich konnte Dinge finden, die meine Kinderhände kennen. Eine Blumenvase, die meiner geliebten Großmutter gehörte z.B., welche ihre Hände kennt und meine, das ist ein so wundervoll inniger Wohlfühlmoment, auch wenn er sich tränenreich offenbart.
    Ich lese alles von dir mit stiller Freude und like es selten, weil es mir oft zu wenig erscheint ein Like zu setzen, wo es doch eigentlich einer dankbaren Umarmung bedürfte.
    Sei also herzlichst dankbar fernumarmt, in meinem Herzen fühle ich mich oft schwesterlich mit dir verbunden, ein schönes Wochenende für dich, in Berlin ist ein mega Sonnenscheintag bei frostiger Kälte trotzdem wärmend, seelenwärmend.

    p.s. ich habe auf meinem Profil unter Fotos mal ein Selfie von mir hochgeladen, damit du ein Bild von mir hast, jetzt wo man dich so wunderbar offen sehen kann, fand ich auch den Mut – herzlichst Kerstin

    1. diespringerin sagt:

      Liebe Kerstin,
      Glücksgefühl. Ich bin geradezu überwältigt (und somit sogar etwas sprachlos, aber im besten Sinne, denn Stille ist äußerst beredt, nicht wahr?) und freue mich einfach nur, erwidere die schwesterliche Fernumarmung mit großer Herzlichkeit! Danke auch für den Hinweis auf dein Profil, denn natürlich ist man neugierig auf die Person hinter den geschriebenen Worten, auch wenn es eigentlich gar nicht so wichtig ist. Aber es ist einfach. Und das ist wunderbar. Ein so schönes, freundliches Gesicht! Ich freue mich, dich kennenzulernen! – In Wien hat es letzte Nach geschneit und es ist ebenfalls klirrend kalt, sonnig, und der Schnee, ein paar Zentimeter nur, aber doch, ist noch da. Das hat es schon lange nicht mehr gegeben. In Wien, meine ich. Mal sehen, wie es morgen ist. Dir noch ein schönes und erholsames Restwochenende, bzw. einen guten Wochenbeginn
      Ich schicke dir herzliche Grüße aus dem Wienerwald! Silvia

  2. Sitze gerade in der Stadtbibliothek und arbeite an meinem Blog. Ein höchst lebendiger Ort. Gruß aus Bremen.

    1. diespringerin sagt:

      Wunderbar! Einen herzlichen Gruß nach Bremen aus Wien!

  3. Ich las bisher nur den ersten Satz, – „oh das muß ich bei mir aneigen!“ war mein Impuls, und das tat ich.
    „Das paßt ja zu Reginas „Dachbodengeschichten“, fiel mir sogleich ein und auf. Da gibt es – unter Staub verborgen – manch spannende Geschichten…
    Aber es paßt noch besser zu den Photos von Wolken, Herbstbäumen und viel Licht, von denen ich ein paar Zeichnungen zu machen versuchte.

    1. diespringerin sagt:

      Das freut mich, Gisela! Habe noch einen schönen Abend!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.