Freiheit / Freedom

Krähe im Flug © Silvia Springer
© Silvia Springer

English translation below

Es gab welche, die behaupteten, diverse Vorsichts- und Rücksichtsmaßnahmen bedeuteten ihnen Verluste ihrer bürgerlichen Grundrechte und sie seien durch welche Gnade auch immer geschützt, sie würden so weiter leben wie bisher, basta, wo kämen sie da hin, ließen sie sich von irgendwelchen Bösewichten in ihrer unglaublichen Tretmühlen-Freiheit beeinträchtigen. Sie schienen nicht zu merken, dass sie – wie vielleicht auch ihre Gegner, wer konnte das jetzt schon so genau wissen, in diesem kommunikationsbabylonischen Informationschaos – nicht freier waren als jene, die aus egal welchen Gründen zu Hause blieben, widerstandslos Masken trugen, weil sie jemanden hatten, an den sie dabei dachten, von dem/der sie wünschten, er/sie möge vom Virus doch bitte verschont bleiben, oder einfach, weil man diese Welt gemeinsam bewohnte und es schön wäre, wenn man sowohl für sich selbst als auch bis zu einem gewissen Grad, wirklich nur bis zu einem gewissen Grad, aber bis zu diesem Grad eben doch ganz bestimmt, füreinander verantwortlich war.

Was sie vermisste, war Sachlichkeit bei der Diskussion um die Sinnhaftig- oder Sinnlosigkeit des Lock Downs, jene gesunde Sachlichkeit eines ebenfalls relativ gesunden Menschenverstandes, die zu einer Menschlichkeit führen könnte, in der alle berücksichtigt würden, nicht nur eine Elite, während die offenbar empfindungslosen Massen geopfert werden konnten, und ja, die Alten hätten sowieso vermutlich nicht mehr lange gelebt, da käme es eh nicht mehr drauf an, sollen sie doch qualvoll an diversen Organversagen verrecken, so lange ich selber nicht dran bin, kann es mir egal sein.

Da gab es selbsternannte Heilsbringer, die GENAU, ganz GENAU WUSSTEN, was da GENAU ablief, denn die hatten direkten Zugang zu … Gott? Oder was auch immer. Die gab es auf allen Seiten, wie sie feststellte.

Sie schwieg meistens. Sie konnte ja nur eine Meinung haben, oder? Sie sah die Gefahren ebenso wie die Chancen, die vor dieser neuen Menschheit lagen, denn es war ein neues Kapitel aufgeschlagen worden, DA WAREN SICH TATSÄCHLICH ALLE EINIG.

Sie wünschte sich eine Welt für alle. In der jeder seine Heimat, sein Auskommen, seine Erfüllung, seine Liebe finden konnte. Das hatte sie sich immer gewünscht, seit sie bewusst denken konnte. Sie hatte auch immer versucht, möglichst bewusst zu leben, das betraf ihr ganzes Leben, ihr körperlich-geistig-seelisches Wohlbefinden, ihre Sehnsucht, Ihr Ziel, das manchmal in ihr tief verborgen schlummerte, welches nur scheinbar verloren ging, aber eben nur scheinbar. Sie würde auch weiterhin bewusst konsumieren, sich zum Beispiel nicht mit tausenden schicken Masken eindecken, die zu ihren tausend verschiedenen Outfits passen mussten, sondern einfach lediglich mit sovielen, die sie eben in ihrem Alltag benötigen würde, sie würde weiterhin weder den einen noch den anderen kritiklos folgen, aber eben nicht alle einfach aus kompensierter Angst vor dem Leben zu Tode kritisieren, weil sie anders waren als sie selbst.

Sie würde – das beschloss sie – eigentlich tatsächlich so weiter leben wie zuvor, das Leben, die Welt, sich selbst und ihre Mitmenschen und -geschöpfe lieben, so weit es ihr möglich war und diese Liebe immer zu erweitern und zu vertiefen trachten, sie würde Masken tragen und sie wieder abnehmen, sich einer Quarantäne unterziehen und aus dieser wieder hervortreten, genau hinhören, hinspüren, hinfühlen, ihrem Herzen folgen, sich verändern, ja, sie würde sich verändern, nicht zum ersten, nicht zum letzten Mal, und sie würde sanft darauf beharren, die zu sein in einer sich stets verändernden Welt, die sie war, sein sollte, sein würde, die sie selbst kennen lernen musste, wie sie auch ihrem jeweiligen Gegenüber die gleiche, oder sogar dieselbe Daseinsberechtigung zugestehen wolle … weil diese Welt so unglaublich vielfältig war, dass sie sie nicht mehr verstehen konnte. Aber das musste sie ja auch nicht. Sie musste nur in ihr leben, mit etwa acht Milliarden anderen Menschen, die alle ihre eigene Meinung hatten, das war eine ganze Menge, fand sie, und eine echte Herausforderung.

Herzlichkeit, Sanftmut, Vertrauen, Toleranz waren nur einige der Eigenschaften, welche Menschlichkeit auf … ja, auf höchstem Niveau konstituieren könnten. Es gab noch viele mehr.

***

There were those who claimed that various precautions and considerations meant the loss of their basic civil rights and that they were protected by whatever mercy, that they would continue to live as before, basta, where would they get to, let some villains interfere with their incredible treadmill freedom. They didn’t seem to realize that they – like perhaps their opponents, who could know this so well now, in this Babylonian communication information chaos – were not freer than those who stayed at home for whatever reason, wearing masks without resistance, because they had someone to think about, from whom they wished to be spared from the virus, or simply because you lived in this world together and it would be nice if you were responsible for yourself as well as to a certain extent, really only to a certain extent, but to that extent definitely, for each other.

She missed objectivity in the discussion about the meaningfulness or senselessness of the lockdown, that healthy objectivity of a likewise relatively common sense that could lead to a humanity in which everyone would be considered, not just an elite, while the apparently insensitive masses could be sacrificed, and yes, the old people would probably not have lived much longer anyway, it wouldn’t matter anyway, let them die in agony from various organ failures, as long as it wasn’t my turn, I couldn’t care less.

There were self-appointed saviours who knew EXACTLY, very EXACTLY, what was going on, because they had direct access to … God? Or whatever. They were there on all sides, as she noted.

She was mostly silent. She could only have one opinion, right? She saw the dangers as well as the chances that lay ahead of this new humanity, because a new chapter had been opened, THERE ACTUALLY ALL AGREED.

She wished for a world for everyone. In which everyone could find their home, livelihood, fulfilment, love. This is what she had always wanted, ever since she could think consciously. She had also always tried to live as consciously as possible, this concerned her whole life, her physical, mental and spiritual well-being, her longing, her goal, which sometimes lay dormant deep within her, which was only seemingly lost, but only seemingly. She would continue to consume consciously, for example, she would not stock up on thousands of fancy masks that had to match her thousands of different outfits, but simply so many that she would need in her everyday life, she would continue to follow neither one nor the other without criticism, but she would not criticize everyone to death simply out of a compensated fear of life, because they were different from herself.

She would – she decided – actually continue to live as before, she would love life, the world, herself and her fellow humans and creatures, as far as it was possible for her and she would always try to expand and deepen this love, she would wear masks and take them off again, she would subject herself to a quarantine and come out of it again, listen carefully, feel. She would change, not for the first, not for the last time, and she would gently insist on being who she was, should be, would be in an ever-changing world that she had to learn to know herself, just as she would want to give the same raison d’être to her counterpart. .. because this world was so incredibly diverse that she could no longer understand it. But she did not have to. She only had to live in it, with about eight billion other people, who all had their own opinions, which was quite a lot, she thought, and a real challenge.

Cordiality, gentleness, trust, tolerance were only some of the qualities that humanity can be based on, yes, at the highest level. There were many more.

© Silvia Springer

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version, thank you for that deeply)

8 Kommentare Gib deinen ab

    1. diespringerin sagt:

      Herzlichen Dank 🙏💖 und ebenso herzliche Grüße aus Wien!

  1. Ulli sagt:

    Du schreibst mur aus der Seele.
    Liebe Grüße
    Ulli ❤️🌹🦋

    1. diespringerin sagt:

      💗Das freut mich, liebe Ulli🙏💗 lass uns hoffen, dass wir alle genug dazulernen, um gemeinsam als jeweils einzigartige Wesen weitergehen zu können 💖🌏🌎🌍…. Herzlichste Grüße aus der Wiener Quarantäne (bereits gelockert…)! Silvia

  2. castorpblog sagt:

    Für sie ein ganz dickes ❣️

    1. diespringerin sagt:

      ☺️☺️☺️ Sie freut sich darüber sehr 💖!

      1. castorpblog sagt:

        verdienterweise😉

      2. diespringerin sagt:

        ☺️☺️☺️🙏

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