Die Angst zu ertrinken / The Fear Of Drowning

English translation below

Wenn es schien, als schlügen die Wogen, verursacht von der ruhelosen, unkontrollierbaren Bewegung des lebendigen Lebens über ihrem Kopf zusammen und sie drohte zu ertrinken …

… erinnerte sie sich an einen (Alp-)Traum ihrer Kindheit, der sie lange Zeit Nacht für Nacht quälte, so dass sie sich davor fürchtete einzuschlafen. Sie träumte, sie ging ins öffentliche Schwimmbad, etwa sechs, höchstens sieben Jahre alt. Sie war gerade dabei, schwimmen zu lernen. Sie kletterte in den Pool auf der tiefen Seite, was ihr noch nicht erlaubt war, aber irgendetwas befahl ihr, dies zu tun, und sie folgte, schlotternd vor Angst. Sie schwang sich über den Beckenrand die Leiter hinunter ins kühle Nass, sie war dünn, ihr langes Haar hing zuerst noch über ihre Schultern, begannen unter Wasser zu schweben wie die Tentakel von Seeanemonen. Sie kletterte hinunter, kletterte und kletterte, hielt die Luft an, stieg weiter hinab, ihre Furcht wurde größer, sie wusste, sie konnte nicht schwimmen, sie konnte nicht tauchen, sie würde ertrinken. Tiefer und tiefer ging es die Leiter hinab, Sprosse um Sprosse, das Wasser schloss sie ein oder vielmehr, umschloss sie, das Licht glitzerte an der Oberfläche …

… irgendwann begriff sie: es war nicht nötig, sich zu fürchten. Sie würde nicht ertrinken, denn: sie konnte unter Wasser atmen.

Wann immer sie später Traurigkeit umschloss, wusste sie: es würde vorbei gehen, irgendeine Erkenntnis käme, der nächste Schritt wäre vollzogen. Und mehr war eigentlich nicht zu tun.

***

When it seemed as if the waves, caused by the restless, uncontrollable movement of vivid life, were crashing over her head and she was about to drown …

… she remembered a nightmare of her childhood, which tormented her night after night for a long time, so that she was afraid to fall asleep. She dreamed she was going to the public swimming pool, about six, at most seven years old. She was just learning to swim. She climbed into the pool, on the deep side, which she wasn’t allowed to do yet, but something told her to do it, and she followed, shivering with fear. She swung herself over the edge of the pool down the ladder into the cool water, she was skinny, her long hair still hanging over her shoulders at first, began to float underwater like the tentacles of sea anemones. She climbed down, climbed and climbed, held her breath, descended further, her fear increasing, she knew she couldn’t swim, she couldn’t dive, she would drown. Deeper and deeper it went down the ladder, rung by rung, the water enclosed her, or rather, surrounded her, the light glittered on the surface …

… At some point she realized: there was no need to be afraid. She would not drown, because: she could breathe under water.

Whenever sadness enveloped her later, she knew: it would pass, some insight would come, the next step would be accomplished. And that’s all there was really to it.

© Silvia Springer

Translated with help of  DeepL

 

 

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