Die Hoffnung ist los. / Hope Is On The Loose.

Please find English translation beneath, my dear friends.

Nachdem die Unschuld, das Sanfteste ans Kreuz genagelt wurde und sie das Bewusstsein verlor und starb, an der Grausamkeit der Herzen, trug der Schmerz sie in eine Tiefe, die sie bei aller Schwere des Daseins noch nie gekannt hatten. Es war, als sei mit ihm jegliche Hoffnung auf eine Hoffnung verschwunden, das absolute Ende von allem erreicht. Sie kauerten unter seinem geschundenen Körper ans Kreuz gelehnt, als könnten sie ihm damit die Schwere des Todes nehmen, aber das gelang nicht, der Tod nahm sie mit. Auch, als sie schließlich seinen Körper vom perversen Folterinstrument, das später dazu dienen sollte, die Verbindung zwischen Himmel und Erde zu symbolisieren, holten, um ihn in ein Grab zu legen, das eigentlich für jemanden anderen bestimmt gewesen war. Sie wussten nicht, dass dies nur ein kurzer Aufenthalt war, denn, als sie dann das Grab wieder aufsuchten, fanden sie es geöffnet und leer, ohne jeglichen Gewaltanwendungen. Es handelte sich nicht um Grabschändung, und so gewalttätig sein ganzer Sterbeprozess war, so leicht schien jemand den Felsbrocken wie eine Feder auf diese Seite geschoben zu haben. Um den Leichnam … ja, was? Dann die ersten Gerüchte, die Sichtungen.

Die Hoffnung lebte, und er zeigte sich zuerst den Frauen, aber nicht nur. Immer waren alle gemeint, aber Es wusste um den jeweiligen Status Quo der Welt. Es liebte diese Welt trotzdem, aller Mängel zum Trotz, auch aller Widerlichkeiten zum Trotz. Judas hätte keinen Verrat üben müssen, der Lauf der Geschichte hätte eine völlig andere Richtung genommen, als Potential war er da, aber das Lamm akzeptierte absolut den anderen Lauf und auch die Tatsache, seinen Verräter nicht erretten zu können, weil dieser eben eine andere Wahl getroffen hatte, weil ihm Freiheit geschenkt worden war. Freiheit, was genau ist das? Offenbar ein kostbares Gut, aber wo beginnt dieses und wo hört es auf (sie hört nicht auf, niemals, aber nur in Wirklichkeit, nicht in den Köpfen und Herzen der Menschen, wenn sie sie nicht ERKENNEN).

Nein, zu verstehen war diese Freiheit nicht mit dem Kopf, vielleicht nicht einmal nur mit dem Herzen – sie war nur zu leben, zu praktizieren, tat man sie nicht, existierte sie auch nicht.

Der Himmel verdunkelte sich, die Sterne weinten, das Universum klagte. Alles versank in einen Tod, der unvorstellbar endgültig schien, jegliche Freude war aus Stein, Bein, Adern, Blut, Muskeln entwichen. Die Menschheit war an einem weiteren Tiefpunkt gelangt.

Sie wussten nicht, das wäre nicht das letzte Mal gewesen. Und weil es nicht das letzte Mal war, wussten sie auch nicht, dass die Hoffnung längst wieder lebendig war. So ist das, und vielleicht auch nicht.

***

After innocence, the gentlest thing, was nailed to the cross and lost consciousness and died of the cruelty of hearts, the pain carried them to a depth that they had never known before, despite the gravity of their existence. It was as if all hope had disappeared with him, the absolute end of everything had been reached. They crouched beneath his maltreated body, leaning against the cross, as if they could take away the heaviness of death, but they could not; death took them with it. Even when they finally took his body from the perverse instrument of torture, which would later serve to symbolize the connection between heaven and earth, to lay it in a grave that had been intended for someone else. Little did they know that this was only a short stay, because when they returned to the tomb, they found it open and empty, without any violence. It was not a case of grave desecration, and as violent as his whole dying process was, someone seemed to have pushed the boulder onto this side like a feather. To do with the corpse … yes, what? Then the first rumors, the sightings.

Hope was alive, and he showed himself to women first, but not only. It always meant everyone, but it knew about the status quo of the world. It loved this world anyway, despite all its shortcomings, despite all its disgustingness. Judas did not have to betray, the course of history would have taken a completely different direction, it was there as a potential, but the Lamb absolutely accepted the other course, also the fact that he could not save his betrayer because he had made a different choice, because he had been given freedom. Freedom, what exactly is that? Obviously, a precious commodity, but where does it begin and where does it end (it doesn’t end, never, but only in reality, not in people’s minds and hearts, if they don’t RECOGNIZE it).

No, this freedom was not to be understood with the head, perhaps not even just with the heart – it was only to be lived, practiced, if it was not done, it did not exist.

The sky darkened, the stars wept, the universe mourned. Everything sank into a death that seemed unimaginably final, all joy had drained from stone, leg, veins, blood, muscles. Humanity had reached another low point.

Little did they know, this would not be the last time. And because it wasn’t the last time, they didn’t know that hope had long since come back to life. That’s how it is, and maybe not.

 

7 Kommentare auch kommentieren

  1. Michele Lee sagt:

    Moving piece. 🙏🏻

    1. diespringerin sagt:

      Thank you, Michele, very appreciated 🙏🏻💗

  2. Gamma Hans sagt:

    Besser wäre
    er hätte den Mut gehabt
    seinen eigenen Schatten
    anzunehmen
    anzuerkennen
    den Fluch
    gegen den Zweifler
    für sich selbst
    umgedeutet
    für sich zu behalten
    um die Wirklichkeit
    des göttlichen Bösen
    als einfacher Mensch
    besser zu verstehen

    1. diespringerin sagt:

      Hat er vielleicht.

      1. Gamma Hans sagt:

        Guten Tag

        Hat er vielleicht.

        Kein Mensch ist Gott.

        lg
        Hans

      2. diespringerin sagt:

        Wohl gar keiner. Auch Ihnen einen guten Tag und – sofern Sie es begehen – ein frohes Osterfest!

      3. Gamma Hans sagt:

        Guten Tag

        Wohl gar keiner. Auch Ihnen einen guten Tag und – sofern Sie es begehen – ein frohes Osterfest!

        Jesus ist und war mir nie ein persönliches Ereignis.

        Mit freundlichen Grüßen
        Hans Gamma

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