Moderator – Walking Slow

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Der Bezirk hatte sich natürlich verändert. Auch die Bäder am Ufer der Alten Donau. Einiges stand unter Denkmalschutz. Überall gab es Metallzäune, welche die verschiedenen Bereiche (Kinderspielplatze, Hundezonen, Liegewiesen und Zugänge zum Wasser) voneinander … unterschied. Ehemalige Bade- und/oder Bootshäuschen wurden – vollständig renoviert, man konnte auch sagen „gepimpt“ – nunmehr  bewohnt, sie vermutete, zu teuren Mietpreisen. Neubauten natürlich auch hier, schick, sehr schick. Ja, es veränderte sich ständig, hat es auch schon früher. Sie erinnerte sich, Anfang der Achtziger Jahre auf der noch nicht verkehrsarmen Mariahilfer Straße, zwischen dem Tosenden Autoverkehr und den Massen eiliger Passanten an einer Kreuzung eine alte, zerbrechliche Frau gesehen zu haben, die da einfach nur stand und irgendwie verloren wirkte. Sie stand und sah sich um, wirkte mit ihrem schwarzen Kittel und dem Kopftuch eigentlich wie ein Gespenst aus einer längst versunkenen Zeit, unter all diesen modernen Menschen. Wenn sie es recht bedachte, womöglich WAR sie ein Gespenst gewesen, denn … als sie einen zweiten Blick in dieselbe Richtung warf, um sich zu vergewissern, dass die alte Frau wohlbehalten auf der anderen Straßenseite angelangt war oder sie ihr zu Hilfe eilen sollte, konnte sie sie nirgendwo entdecken. Nirgendwo. Es waren nur wenige Augenblicke gewesen.  Tja. So ist das Leben. Immer in Bewegung.

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The district had changed, of course. Also the baths on the banks of the Old Danube. Some of them were under monument protection. Everywhere there were metal fences, which distinguished the different areas (children’s playgrounds, dog zones, sunbathing areas and accesses to the water) from each other … Former bathing and/or boathouses were – completely renovated, one could also say „pimped“ – now inhabited, she suspected, at expensive rental prices. New buildings of course also here, chic, tres chic. Yes, it was constantly changing, like always in the past. She remembered seeing an old, fragile woman at an intersection in the early eighties on Mariahilfer Strasse, which was not yet traffic-free, between the roaring car traffic and the masses of hurried passers-by, just standing there and somehow looking lost. She stood and looked around, seemed to be a ghost of a long lost time with her black smock and headscarf, among all these modern people. If she thought about it, maybe she HAD been a ghost, because … when she took a second look in the same direction to make sure that the old woman had arrived safely on the other side of the street, or that she should hurry to help her, she couldn’t find her anywhere. Nowhere. It had only been a few moments.  Well. That’s life. Always on the move.

© Silvia Springer

Angelibad, Wien © Silvia Springer
Angelibad, Wien © Silvia Springer

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. syl65 sagt:

    Nostalgic like. Sometimes we are the observers, moderators and observed. Thought provoking words, Silvia 🕊️🌎🌎 🌎☮️❤️

    1. diespringerin sagt:

      🙏😊thank you as always for your thoughful comment, Syl, 🙏💚🕊️🌍🌎🌏hope your Sunday is full of joy and laughter!

      1. syl65 sagt:

        You’re so very welcome, Silvia 🙏🏽😊 Thank you always 🙏🏽💚🕊️🌎🌎🌎

  2. petraelsner sagt:

    Gute Beobachtung und ja, irgendwann fallen wir alle aus der Zeit und sind gleich später: Gespenster.

    1. diespringerin sagt:

      Ja, nicht wahr? Ein Leben, eigentlich ein Hauch … so schnell die Zeit verfliegt …. Ganz liebe Grüße!

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