Über Gleichzeitigkeit / On simultaneity

SAGES – by Ólafur Arnalds & Loreen

English translation below, thank you for scrolling!

Wir Menschen sind ein bunter, wilder, chaotischer Haufen voller rechthaberischer, egoistischer, liebevoller, zärtlicher Idioten, die ums Überleben kämpfen, jeder Einzelne streitet sich um den Platz an der Sonne, die Viertelstunde (oder waren es fünf Minuten?!) Ruhm, um Essen, Trinken, Schlafen, Sex, Männer, Frauen, Dinge, die man in Händen halten kann, aber irgendwann unwiderruflich loslassen muss. Alle wollen rechthaben und Andere überzeugen, die „eine“ („meine“) Wahrheit verdammt noch mal einzusehen.

Alle wollen auserwählt sein, ohne zu wissen, dass es dazu einer Berufung bedarf, die „Manifestierenden“ blicken auf die herab, die in scheinbarer Dumpfheit auf den Halmen ihrer ebenso scheinbaren Bedürfnislosigkeit wiederkäuen, als wären sie dummes Vieh (gibt es das überhaupt?), übersehen dabei, wie sehr sie mit ihren sich überschlagenden und von subtil-perfider Werbung entfachten  Bedürfnissen, die sie ursprünglich niemals hätten haben sollen, die Erde umpflügen, sie aufreißen, Löcher in sie treiben, die Atmosphäre vergiften mit ihren eingebildeten, ach, so illusionären Sehnsüchten, bis sie den letzten Tropfen Wasserblut aus ihrem Mutterkuchen herausgepresst haben, dieses Juwel im Weltall zu einem staubigen Wedel zerbröselt, bis ein Komet ihn streift, auf seine Reise mitnimmt in Form von pulverisierter Materie, die sich vielleicht  irgendwann wieder formt zu einem neuen Versuch – ist auf einem dieser Staubkörner ein winziger Tropfen Wasser, Lebenselixier vorhanden, besteht eine Chance, es bleibt zu hoffen, dass in der Erinnerung, diesem Bewusstsein des Wassers, des Wissensträgers oder zumindest Vermittler, Bewahrerin von Informationen, nur das Beste und Liebevollste der Menschen enthalten oder die Informationen über sie ganz ausgelöscht ist, damit in Folge eine immerwährende natürliche Entwicklung stattfindet, ein Werden, ein Entstehen und Vergehen und alles ohne einer Menschheit, deren einige Exemplare ihre eigenen Leute, ihre eigene Art unterdrückt, ausgebeutet, vergewaltigt, ermordet, eingesperrt, ausgepeitscht, gedemütigt hat und das oftmals im Namen eines Gottes, der so niemals existiert hat.

Aber natürlich ist dieser Text zu pessimistisch und im Grunde nur ein verzweifeltes Rufen einer einzelnen Seele, die sich vermutlich selbst in unvermeidlichem (? Das ist die Frage.) Egoismus vom Großen und Ganzen abgespaltet hat, denn: sie weiß, es existiert die Liebe, wild, chaotisch unromantisch und unkontrollierbar, bedingungslos und frei. Sie war und ist niemals allein.

Nicht aufgeben, heißt die Devise, loslassen, ja, aber mit leeren Händen und blutendem Herzen, zerschundenen Füßen vertrauensvoll weitergehen, bis es für diesen wunderbaren treuen Körper zu Ende geht, dann hinausschlüpfen wie aus einem Schuh, einem Kleid, noch einmal liebevoll betrachten, was uns da geschenkt worden war, auf Zeit, die es gar nicht gibt, und weitergehen, in der Zeitlosigkeit aufgehen wie ein Tropfen im Meer, die Vereinzelung vergessen, sich ganz fühlen, bis der nächste Sturm uns als Tropfen in die Individualität eines Schneekristalls oder Blattes oder Menschen oder Tieres hineinspült, als gäbe es nur einen Tag und den lasst uns nutzen, spüren, lasst uns lieben, lachen und glücklich sein.

© Silvia Springer 
© Silvia Springer

We humans are a colorful, wild, chaotic bunch of opinionated, selfish, loving, tender idiots fighting for survival, each individual vying for their place in the sun, their fifteen minutes (or was it five?!) fame, for food, drink, sleep, sex, men, women, things you can hold in your hands but eventually have to let go of irrevocably. Everyone wants to be right and convince others to see “the” (“my”) damn truth.

Everyone wants to be chosen, without knowing that this requires a calling. The “manifesters” look down on those who, in their seeming dullness, ruminate on the stalks of their equally seeming lack of needs, as if they were stupid cattle (is cattle stupid?), overlooking how much they plow the earth with their tumultuous needs, sparked by subtle and perfidious advertising, needs they should never have had in the first place, tearing it open, driving holes into it, poisoning the atmosphere with their conceited, oh, so illusionary desires, until they have squeezed the last drop of water blood from their placenta, crumbled this jewel in space into a dusty tuft, until a comet grazes it, takes it on its journey in the form of pulverized matter, which may  someday reform into a new attempt —  if there is a tiny drop of water, the elixir of life, on one of these dust particles, there is a chance there is hope that in the memory, this consciousness of water, the bearer of knowledge or at least the mediator, the keeper of information, only the best and most loving of humans is contained, or that the information about them is completely erased, so that as a result, an everlasting natural development takes place, a becoming, a coming into being and passing away,  without a humankind, some of whose members have oppressed, exploited, raped, murdered, imprisoned, whipped, and humiliated their own people, their own kind, often in the name of a god who in that way never existed.

But of course, this text is too pessimistic and basically just the desperate cry of a single soul who has presumably separated itself from the greater whole through inevitable (? That is the question.) egoism, too, because: it knows that love exists, wild, chaotic, unromantic and uncontrollable, unconditional and free. It was and is never alone.

Don’t give up, that’s the motto. Let go, yes, but with empty hands and a bleeding heart, battered feet, continue to walk trustfully until it comes to an end for this wonderful, faithful body, then slip out of it like a shoe, a dress, look once more lovingly at what had been given to us, for a time that doesn’t even exist, and move on, dissolving into timelessness like a drop in the ocean, forgetting isolation, feeling whole, until the next storm washes us as drops into the individuality of a snowflake or leaf or human or animal, as if there were only one day, and let us use it, feel it, let us love, laugh, and be happy.

Translated with DeepL.com (free version) – wonderful technology, thank you. 

24 Kommentare auch kommentieren

  1. syl65 sagt:

    Captivating insight of the individual and whole of humanity. Have an inspiring week ahead, Silvia🕊️ 💙

    1. diespringerin sagt:

      Thank you, Syl, I wish you the same! 🌍🌎🌏🕊💙

      1. syl65 sagt:

        You’re welcome and thank you! 🌎🌎🕊️🌎🌎

    1. diespringerin sagt:

      For eternity, in fact and truth, be well! 💗💫🕊️

  2. Gamma Hans sagt:

    Zeit in zwei Teile getrennt, damit das gleiche, ein Wort, beim Gegenüber ein Echo, in der Vergangenheit der Zukunft, hervorruft und auslöst. Dazwischen Geschichten, die sich nahtlos, zwischen Zeiten; die sich gleichzeitig berühren, den Zweifel, in der Bedeutung des, hin und her Gesagten, endgültig, im hier und jetzt nicht mehr widersprechen müssen.

    1. diespringerin sagt:

      Wobei die Trennung der Zeit nur in unserem begrenzten Verstand stattfindet, um so etwas wie Kontinuität und Erfassbarkeit zu erlangen … danke für deinen Kommentar, der wie immer zu denken gibt …

      1. Gamma Hans sagt:

        Danke für die Antwort.

    1. diespringerin sagt:

      ☺️♥️🕊️

  3. Ulli sagt:

    Ein wunderbarer Text, in dem ich viel von mir und meinem Fühlen und Sein wiederfinde. Herzliche Grüße an dich, liebe Silvia, Ulli

    1. diespringerin sagt:

      Dankeschön, liebe Ulli, das freut mich sehr! Wir sind ja letztlich alle verbunden! Herzliche Grüße zurück!

      1. Ulli sagt:

        Ja, das sind wir.

  4. Grinsekatz sagt:

    Diesen einen Tag – das ist der Schlüssel.
    Gegenwärtig sein, präsent hier und jetzt.

    Liebe Grüße dir in die schöne alte Stadt.

    1. diespringerin sagt:

      Ja, genau, es gibt ja nur den, nicht wahr? Dank dir, Reiner, und liebe Grüße ins Tal der W. zurück!

  5. Gisela sagt:

    Wie ein Tropfen im Meer… Sehr berührend geschrieben. Danke dafür. Liebe Grüße zu Dir!

    1. diespringerin sagt:

      Dank dir sehr! Herzliche Grüße zurück!

  6. Das ist so umwerfend wahr und klar und aktuell, als habe es gerade die mahnende Stimme eines Engels einer Prophetin und Visionarin eingegeben.
    Natürlich zeige ich das gleich bei mir an, obwohl es nur wenige lesen werden.🙏😊🌅🌈🌌💕🕊️

    1. diespringerin sagt:

      Danke, WIRKLICH danke! 🙏🏻♥️💫🕊️♥️

      1. Ja danke sage auch ich, wirklich danke!😊🌅🌈🌌💕🕊️

  7. Graugans sagt:

    Sooo schöner Text…schicke Umarmung mit lieben Grüßenl zu Dir!

    1. diespringerin sagt:

      Dank dir, meine Liebe, drücke dich auch ganz fest!

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