Before The Beginning – John Frusciante
Please find the English version below, thank you for reading!
Als sie den PC aufdrehte, poppten natürlich wieder irgendwelche Schlagzeilen auf, die sie in der Regel versuchte zu ignorieren. Allerdings gelang ihr das nicht immer, wenn die eine oder andere Nachricht ihr ins Auge sprang und sie doch etwas mehr dazu wissen wollte. So auch bei einer Meldung, die ankündigte, dass so und so viele Lebensmittel, an die die Menschheit zumindest der westlichen Welt, wie man so schön sagt, gewöhnt sind und mit einer unangemessenen Selbstverständlichkeit doch manchmal recht maßlos konsumiert wurden, bald der Vergangenheit angehören könnten, darunter fielen Kaffee- und Kakaobohnen, Weintrauben, Avocados, Weizen etc. …. Sie alle fielen den veränderten Klimaverhältnissen zum Opfer.
Sie seufzte und war wieder einmal froh, schon so alt zu sein und keine Kinder in eine Welt gesetzt zu haben (der Grund hierfür soll an dieser Stelle nicht erörtert werden, auch nicht, ob es sich um eine bewusste oder umstandsbedingte Entscheidung gehandelt hat, denn in diesem Aufsatz wird der Wert einer Frau nicht daran gemessen, ob oder ob nicht und so weiter – wir leben in einer recht absurden Welt, in der alle, ausnahmslos alle Menschen in diverse Klischees gepresst werden, aus denen wir uns heute mühsam zu befreien suchen, oder eigentlich auch wieder nicht, aber das ist eine dritte Geschichte … Sie verstehen, was ein ehemaliger und praktisch in Vergessenheit geratener österreichischer Bundeskanzler Namens Fred Sinowatz mit „Es ist alles sehr kompliziert!“ auszudrücken versuchte ….), die wiederum Kinder, die jetzt herumkrabbeln würden auf vergitterten Spielplätzen und in ständiger Angst vor bösen Wauwaus oder Kinderverzahrern (Wienerisch für Menschen, die Kinder tatsächlich verschleppen und sie verkaufen, missbrauchen – ja, ok, das gab es immer schon, auch sie selbst wäre als Kind einmal fast von einem netten Herrn, der eifrig Fotos von ihr machte und ihr mit verführerischer Stimme anbot, sie mitzunehmen, um ihr „etwas Schönes zu zeigen“, wäre nicht ihre Mutter gerade aufgetaucht, die dem Mann mit einer Vehemenz Dinge an den Kopf warf und das mit einer klaren Körpersprache, die diesen Mann sofort und sehr nachhaltig in die Flucht schlug, die ihr, dem kleinen Mädchen eine solche Lehre war, dass sie nie wieder auf diesen schleimigen Tonfall und der kriecherischen Haltung gewisser Männer hereinfiel … ) in die Welt gesetzt hatten … sie könnte noch weniger schlafen als es bereits der Fall war, sie fragte sich kinderlos schon jeden Tag, wie man das den jungen Menschen antun konnte, die noch ihr ganzes Leben vor sich hatten, wohl wissend, dass es nicht eine ganze Generation oder alle Generationen vor dieser Generation waren, die den Zustand der Welt herbeigeführt hatten, sondern … immer einfach ganz bestimmte Mächte und Interessen die Strukturen schon im Altertum festgelegt hatten.
Der Alltag der Vielen musste so mühevoll sein, dass diese nie die Kraft dazu aufbrachten, sich selbst Gedanken darüber zu machen, was ein gutes Leben tatsächlich ausmachte. Denn Gedanken und Gefühle haben Sprengkraft. Wie schrieb ein Philosoph? „Wissen ist Macht!“
Sie zweifelte keine Sekunde daran, dass die Kassierer und Kassiererinnen (egal welchen Alters) des Supermarkts, in denen sie natürlich auch kurz vor den Weihnachtstagen einkaufte, genau wussten, was ein gutes Leben ausmachte. Die wussten es, erschöpft und doch unermüdlich freundlich, manchmal wortkarg, aber immer bemüht, ihren Job gut auszuführen, geduldig älteren, verwirrteren, langsameren Kunden und Kundinnen zuhörten, ihnen halfen bei der Bedienung neuer Technologien oder Centstücke aus deren Geldbörsen fischend, erklärend, warum gewisse Rabatte nicht gültig waren und sich so manche empörte Tirade anhören mussten, für Entscheidungen, die sie selbst nie getroffen hätten, weil sinnlose Maßnahmen und absurd …. Während die Entscheidungsträger sich selbstgerecht lobten für ihre Gewinnmaximierungen ….
Sie liebte diese Menschen. Wirklich. Jeden Tag ein wenig mehr. Wirklich.
Es ist doch so: wer hört auf Stimmen wie … die der Schreiberin? Die, seit sie eigentlich denken kann auf solche Dinge aufmerksam wurde und diese Beobachtungen mitteilte. Wie oft sie verächtlich oder mit mitleidigem Unterton als „Spielverderberin“ oder „Mangeldenkerin“ bezeichnet wurde, vermochte sie nicht zu zählen. War auch nicht wichtig.
Die, welche zu müde sind, hören, sind aber wirklich zu beschäftigt zu überleben, sich einigermaßen würdevoll über Wasser zu halten, für ihre Kinder eine sichere Umwelt zu schaffen.
Die anderen … fühlen sich schlicht bedroht.
Wenn sie ehrlich war, fühlte auch sie selbst sich bedroht. Die Welt war immer ein gefährlicher Ort. Sie erinnerte sich lebhaft an die Furcht vor der nuklearen Bedrohung des Kalten Krieges. Aids veränderte die Welt. Ja, tat es. Die Welt trat die Flucht in die materielle Welt der Börsen an, um zu verdrängen, was sie wirklich brauchte: einen offenen Blick auf die Welt mit dem Wunsch zu verstehen, was diese heilen und zusammenhalten könnte.
Man brauchte Sündenböcke. Wieder einmal, nicht das erste Mal, nicht das letzte Mal.
Sie hatte nur eine kleine, dünne Stimme, die niemand wirklich hören wollte, nicht einmal sie selbst, denn zu hören, auch auf die anderen Stimmen, die nicht gehört werden wollten, weil sie scheinbar den Fluss der Dinge aufgehalten hätten, der ihnen die Träume verwirklichte (in denen sie nie mit sich selbst zufrieden sein konnten, die auf maximale Selbstoptimierung zielte, auf ein nie erreichbares Ideal hin, das mittlerweile nur mehr eine Karikatur dessen ist, was es hätte sein sollen, wirklich), war gefährlich oder zumindest unangenehm.
Und außerdem: konnte sie auf dem falschen Dampfer unterwegs sein. Vielleicht, und das dachte sie doch immer wieder, sah sie tatsächlich alles falsch. Und alles war so gut, wie manche Menschen behaupteten: was du siehst, bist du selbst.
Sie holte tief Luft, schloss die Augen, brummte „Ohhhhmmmmmmm“ und formte mit den Fingern das Mudra der Weisheit. Sie liebte die Welt. Oh, wie sie die Welt liebt.

When she turned on her PC, headlines popped up again, which she usually tried to ignore. However, she didn’t always succeed when one or two news stories caught her eye and she wanted to know more about them. This was also the case with a report announcing that so many foods that humanity, at least in the Western world, as they say, is accustomed to and sometimes consumes quite excessively with an inappropriate sense of entitlement, could soon be a thing of the past, including coffee and cocoa beans, grapes, avocados, wheat, etc. They were all falling victim to changing climatic conditions.
She sighed and was once again glad to be so old and not to have brought children into the world (the reason for this will not be discussed here, nor whether it was a conscious decision or one dictated by circumstances, because in this essay a woman’s worth is not measured by whether or not, and so on — we live in a rather absurd world in which all, without exception, people are squeezed into various clichés from which we are now trying laboriously to free ourselves, or actually not, but that’s a third story … You understand what a former and practically forgotten Austrian chancellor named Fred Sinowatz meant when he said, “It’s all very complicated!” …), who in turn would have children crawling around in fenced-in playgrounds, constantly afraid of evil dogs or „Kinderverzahrer“ (Viennese slang for people who actually kidnap children and sell them, abuse them—yes, okay, that has always existed; she herself was almost abducted as a child by a nice gentleman who eagerly took photos of her and offered her in a seductive voice to take her with him to “show her something beautiful,” if her mother hadn’t just appeared and thrown things at the man with such vehemence and clear body language that he immediately and permanently fled, teaching her, the little girl, such a lesson that she never again fell for the slimy tone and obsequious attitude of certain men … ) into the world… she would sleep even less than she already did. As a childless woman, she wondered every day how anyone could do this to young people who had their whole lives ahead of them, knowing full well that it was not an entire generation or all generations before this generation that had brought about the state of the world, but… simply certain powers and interests that had established the structures in ancient times.
The daily lives of the masses must have been so arduous that they never mustered the strength to think about what actually constituted a good life. Because thoughts and feelings have explosive power. How did a philosopher put it? “Knowledge is power!”
She didn’t doubt for a second that the cashiers (regardless of gender and age) at the supermarket where she was shopping shortly before Christmas knew exactly what made for a good life. They knew it, exhausted yet tirelessly friendly, sometimes taciturn, but always striving to do their job well, patiently listening to older, more confused, slower customers, helping them use new technologies or fishing for pennies out of their wallets, explaining why certain discounts were not valid, and having to listen to many an indignant tirade for decisions they themselves would never have made, because they were pointless measures and absurd…. While the decision-makers self-righteously praised themselves for maximizing profits…
She loved these people. Truly. A little more every day. Truly.
It’s like this: who listens to voices like… those of the writer? Those who, ever since they can remember, have been aware of such things and have shared their observations. She couldn’t count how many times she had been contemptuously or pityingly labeled a “killjoy” or a “negativist.” It didn’t matter.
Those who are too tired, did, but really were too busy surviving, keeping their heads above water with some dignity, creating a safe environment for their children.
The others… simply feel threatened.
If she was honest, she felt threatened herself. The world had always been a dangerous place. She vividly remembered the fear of the nuclear threat during the Cold War. AIDS changed the world. Yes, it did. The world took refuge in the material world of the stock markets to repress what it really needed: an open view of the world with the desire to understand what could heal and hold it together.
Scapegoats were needed. Once again, not for the first time, not for the last time.
She had only a small, thin voice that no one really wanted to hear, not even herself, because listening, even to the other voices that didn’t want to be heard, would have seemed to hold back the flow of things that made their dreams come true (in which they could never be satisfied with themselves, which aimed at maximum self-optimization, at a never-attainable ideal that has now become nothing more than a caricature of what it should have been, really).
And besides, she could be on the wrong track. Maybe, and she kept thinking this, she was actually seeing everything wrong. And everything was as good as some people claimed: what you see is yourself.
She took a deep breath, closed her eyes, hummed “Ohhhhmmmmmmm” and formed her fingers the mudra of wisdom. She loved the world. Oh, how she loved the world.
Translated with DeepL.com (free version, with so much gratitude for the win of time the writer simply can’t express.)

Sehr beeindruckend, dein Text. Und er lädt zum mehrmals lesen ein, weil sich bei jedem weiteten Lesen neue, vorher überlesene Nuancen zeigen.
Oh, danke, Bea, für dein Feedback! Ist ja ein langer, nicht so leicht zu lesender und kein Wohlfühl-Text, ich weiß … manchmal lässt man als Schreibende was von der Leine, bei dem man weiß, es muss irgendwie sein, aber man weiß nicht, was dann passiert … weiß man nie, aber manchmal ist es eben intensiver, das Gefühl ….
Genau so ist es. :-D
Oh jetzt erst fange ich an, diesen langen Text zu lesen. Wenn ein Text lang – und nicht kurz – ist, fange ich meistens gar nicht erst damit an.
In einem Stück durchgelesen habe ich ihn aber noch nicht, sondern arbeite mich von Wort zu Wort, von Satz zu Satz, durch. Denn es ist mir bewußt, daß Worte wichtig sind und auch Gewicht haben, vor allem aber Energieströme freigeben und in Bahnen zu lenken versuchen, he nachdem, wer sie verwendet und aus welchen Mitiven heraus.
Die Quelle der Worte, aber liegt höher. „Am Anfang war das WORT …“, wie es die Bibel bezeugt, d.h. eigentlich nicht die Bibel, also das Buch,
sondern der GEIST, der Schopfergeist, der alles bewegt.
Wenn wir Worte aussprechen oder schreiben, verwenden wir götiche KRAFT, dir sich als „Energie“ und Formungen aller Art zeigt.
Darin ahnen wir wiederum die QUELLE, den göttlichen URSPRUNG.
Ja und darin müssen wir nun ein neues Feingefühl und sicheres Empfinden wiederfinden, neu in uns erwecken, damit wir erkennen, welcher GEIST aus den verwendeten Worten spricht. Die Bibel mahnt uns, „die Geister voneinander unterscheiden zu lernen.“
Und sie ist darin sehr deutlich, spricht aus,was keiner von uns zu sagen wagt.
Aber – wie bereits gesagt – ist es nicht die Bibel, das Buch, und sind es nicht die Buchstaben der gedruckten Worte,
sondern der HEILIGE GEIST, der den Mund des Sprechenden und die Hand oder Feder des Schreibenden lenkt.
Und das gilt ebenso auch für uns, wenn wir sprechen oder schreiben.
Ach, welche Macht legte der Schöpfer uns Menschen damit vertrauensvoll in unsere Hände und somit In unsere Verantwortung!
Mit unseren Worten bw. mit dem Geist, der uns beim Sprechen und Schreiben bewegt, schaffen wir unser Schicksal.
Dieser Erkenntnisse empfing ich durch das Lesen der Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft“ von Abd-ru-hin.
***********
Was wollte ich eigentlich – nach dieser Unterbrechung des Lesens sagen?
Eigentlich wollte ich sagen:
Ich habe erst den Anfang gelesen.
Aber ich lese auch gern aufmerksam weiter ….
Aufmerksamkeit ist ein Geschenk 🙏🕊💗
Danke. Ich bemühe mich. Ich werde noch weiterlesen…
Bitte nicht „bemühen“, denn das Leben ist eh schon kompliziert genug! Ich wollte mich nochmals bedanken für den letzten Kommentar, den ich aufmerksam gelesen und der sehr viel in mir berührt hat. Ich glaube, manchmal muss man etwas schreiben, auch wenn der Verstand nicht weiß, warum, das Herz weiß es. Sehr vereinfacht ausgedrückt, jetzt. Wie auch immer, dankeschön!🙏🏻
Wunderbar: Diese Weite, diese geschenkte Freiheit…
Da fangen wir an, uns dem „Himmlischen“ zu öffnen, der so fern ist aller Belehrungen, aber so liebevoll sich allen wahrhaft Suchenden zuwendet! 💕❄️🎄♥️🌹🌟
🤗💗🎄🕊🪷🌍
🕉️ Schwester, DANKE, 🕉️
🙏 ICH danke DIR, 💗🕊