Alltagsgedanken.

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So genannter Alltag für eine immer größer werdende Anzahl von Menschen. Zum Beispiel: Neu installierte Datenspeicherungssysteme, so aufgebläht und „neutral“ wie Datenbanken nur sein können. Was früher sinnlich-taktil erfasst und begriffen und in Folge davon relativ schnell bearbeitet werden konnte, treibt nun durch den uferlosen virtuellen, unpersönlichen Raum. Alles, was jemals erfasst worden war, irgendwo abrufbar über logisch erstellte Pfade.

Wie viele Logiken existieren eigentlich? Vermutlich  so viele wie es Menschen gibt und bereits gab (mindestens …). Möglichkeiten zum Missverstehen ohne Ende. Wahrscheinlichkeiten und Ähnlichkeiten vermitteln den trügerischen Schein von Allgemeingültigkeit.  Letztendlich handelt es sich um subjektiv erlebte Wahrnehmungen, begleitet von Emotionen, untrennbar von der jeweiligen inhaltlichen Ebene. Womit auch der Wahrheitsbegriff etwas schwammig wird, weil er eben alle Eindrücke aufsaugt wie ein Schwamm einzelne Wassertropfen. Wenn er (der Schwamm, nicht der Wahrheitsbegriff …) allerdings in einen Kübel mit Wasser geworfen wird, säuft er schlicht und ergreifend ab.

Zu viele Daten. Da kann ein einzelnes  Gehirn, dieses rätselhafte Ding von der geistigen Weite eines Universums, rein theoretisch, das Verarbeiten derselben schon einmal verweigern. Es sagt dann: mag sein, dass ich meinem Potential nach unendlich aufnahmebereit bin und mir nichts entgeht, aber der persönlichen Materie sind all diese Informationen zeitweise schlichtwegs egal. Warum? Weil es gilt, Entscheidungen zu treffen: was ist / war zu diesem und jenem Zeitpunkt WIRKlich wichtig? Das Individuum kann als ein (Musik-)Instrument verstanden werden: Eine Violine ist eine Violine und kein Kontrabass.

Natur ist hilfreich, Spaziergänge im Wald, das Spüren von Erde und Gras unter den Fußsohlen lässt die Bedeutung dieses einzelnen wunderbaren Körpers erfühlen. Weg von der Welt der Ellenbogen, der Hinaufbuckeln- und Hinuntertretenattitüde. Dienen Hierarchien noch anderen Zwecken als dem Egoismus? Wirklich? Bedeutet Respekt nicht die Anerkenntnis des Anderen, eines Gleichen unter Verschiedenen?

Wer solche Gedanken hegt, ist ein Träumer, eine Träumerin? Träume können wie Seifenblasen zerplatzen, nicht wahr?

Nein, Respekt vor jeglichem Anderen ist kein Traum, sondern ein ganz reales, sehr bewusstes Tun. Man trifft jedes Mal die Entscheidung, mehr Mensch zu werden, mit jedem respektvollen Tun anderen Wesen und Dingen gegenüber und auch, weniger davon zu sein, wenn man die Würde des anderen tritt, weil man sich hervortun oder „Priorität“ beweisen will. 

Respektvolles Verhalten zeigt das Begreifen einer grundsätzlichen unantastbaren Würde eines jeglichen Wesens oder Dings, ein Annehmen persönlicher Verantwortung, die übernommen wird, weil man sich bereit erklärt zu dem heranzuwachsen, was in einem selbst angelegt ist.

Die Würde eines Menschen (Wesen, Dings) ist im tiefen Grunde unantastbar. Wer glaubt, sie könne einem geraubt werden, nimmt sie sich selbst, denn tut ein Wesen einem anderen aus purem Egoismus und reiner Bosheit Gewalt an, egal wie hilflos das Opfer dann auch sein mag: raubt der Täter, die Täterin nicht seinem Opfer die Würde, egal wie sehr es winseln und sich winden mag: sondern allein sich selbst.

Nur hilft diese Erkenntnis den Opfern nicht wirklich (?). Denk tief darüber nach, Seele (ja, das tue ich).

Wünsche allen Tätern und Täterinnen von Herzen die vollständige Erkenntnis in deren eigenes Tun. Keine Strafe der Welt kann schlimmer sein als dies. Zu erkennen: was man wirklich selbst getan und nicht mehr korrigieren oder entschuldigen kann und konnte. (An dieser Stelle taucht der Begriff der Vergebung auf … lass‘ ihn wirken.)

Würde das die Welt verändern, den Lauf der Dinge, das nachfolgende Tun der Täter, der Täterin? Würde das alles das Leben in dieser Welt besser machen? Die Menschen glücklicher?

Das ist es, was die einzelne Seele sich wünscht, da sie im Laufe des Lebens vermutlich irgenwann selbst am eigenen Leib gespürt hatte, wie zersetzend Wut und der Durst nach Vergeltung und Rache sind. Und vor allem: wie ohnmächtig, hilflos und ohne Sinn.

Daher die Ausrichtung auf das Glück (und hier die tiefe Meditation darüber, was wirklich glücklich macht), denn Rache bindet unheilvoll an das, was Leid erschafft.

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