Gedanken zu Chaos / Thoughts On Chaos

You find English translation below.

Vor Jahrzehnten hatte sie an diversen Tanztherapie-Workshops und Kursen teilgenommen. Sie erinnerte sich an die Vorgabe, sich absolut chaotisch zur bewegen, ohne Konzept, ohne Technik, einfach irgendwie „Chaos“ auszudrücken, zu „sein“.  Und daran, wie sie – anfangs ratlos und schüchtern, wie sie war – ihre Hände und Arme irgendwie schwang und sie mit den Füßen aufstampfte, herumhüpfte zu den Klängen, die ebenfalls chaotisch, bedrohlich klangen.  Sie verzerrte ihr Gesicht, keuchte, japste, stieß Laute aus. Nach anfänglicher Scheu begann sie das Chaos zu ergreifen (oder es ergriff sie, es war entfesselt). Das ging so eine ganze Weile, sie verlor das Zeitgefühl, zuckte, warf sich zu Boden, wand und verkrümmte sich, sprang auf, hatte das Gefühl, nein, eigentlich das Bedürfnis, sich gleichzeitig in alle Richtungen auszubreiten … da waren dann keine Gedanken mehr, sondern einfach nur Bewegung und Klang, Ton, Geräusch.

Es machte Spaß, die Form zu verlieren, sich auszubreiten, zu tönen, zu grunzen und all das, was sich da eben so entfaltete, zuzulassen. Es war befreiend. Zweifellos.

Und dann, ganz plötzlich, fiel ihr auf, dass sich ein Bewegungsmuster entspann. Kreisende Bewegungen, die sich wiederholten, eine Spur in den Raum brachten, nicht nur eine Bresche schlugen. Sie war überrascht, wie sanft und weich sie sich anfühlten, wie ungemein klar und ganz ihre eigenen, denn sie schienen ihren Ausgang irgendwie von einem ganz inneren Punkt in ihrer Körpermitte zu nehmen, war es das Herz? Der Bauch? Irgendwo dazwischen?

Und das Chaos wich, nicht als Feind, es wurde nur abgelöst, weil grad wieder etwas Neues aus ihm geboren worden war.

***

Decades ago she had participated in various dance therapy workshops and courses. She remembered the instruction to move absolutely chaotically, without concept, without technique, just somehow expressing „chaos“, „being“.  And of how she – at first perplexed and shy as she was – somehow swung her hands and arms and stomped her feet, hopped around to the beats, which also sounded chaotic, threatening.  She contorted her face, gasped, panted, emitted sounds. After initial shyness, she began to seize the chaos (or it seized her, it was unleashed). This went on for quite a while, she lost track of time, twitched, threw herself to the floor, squirmed and contorted, jumped up, had the feeling, no, actually the need, to spread out in all directions at once … there were then no more thoughts, but simply movement and sound, tone, noise.

It was fun to lose form, to spread out, to sound, to grunt, and to allow all that just unfolded there. It was liberating. No doubt about it.

And then, all of a sudden, she noticed a pattern of movement unwinding. Circular movements that repeated themselves, bringing a trace into the space, not just making a breach. She was surprised at how gentle and soft they felt, how immensely clear and entirely her own, for they seemed to take their origin somehow from a very inner point in the center of her body, was it the heart? The belly? Somewhere in between?

And the chaos gave way, not as an enemy, it was only replaced, because something new had just been born out of it.

© Silvia Springer

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

20 Kommentare Gib deinen ab

  1. nickreeves sagt:

    Wonderful and filled with wonder! And true! :)

    1. diespringerin sagt:

      ☺️ Thank you 🙏🙃

  2. Ulli sagt:

    Die Neugeburt aus dem Chaos … das hast du wunderbar beschrieben, ich konnte deinen Tanz fühlen.
    Herzliche Montagmorgengrüße nach Wien aus dem Norden Deutschlands, Ulli (heute mit Sonnenschein)

    1. diespringerin sagt:

      Danke dir sehr, liebe Ulli, für dein Mit- bzw. Nach- bzw. Ein-Fühlen! Herzliche Montagsgrüße aus einem Novembersilberwald, bin sooooo dankbar, grad jetzt wieder im Lockdown, den Wald doch relativ nahe bei mir zu haben, solch ein Segen, wirklich (komme nämlich grad von einem langen Spaziergang zurück, habe einen freien Tag ….). Hab’s fein!

  3. Liebe Silvia ich grüße dich!
    Silvia seit einigen Tagen erscheinen deine neuen Beiträge bei mir nicht nur im Reeder.
    Sondern auch dort, wo Likes und Kommentare angezeigt werden.
    Kannst du mir bitte erklären warum das so ist.
    Ich danke dir herzlich. Weil ich finde den Fehler nicht.
    Gute Nacht! M.M.

    1. diespringerin sagt:

      Guten Morgen, Monika-Maria, ich bin da ziemlich ratlos. Ich habe an meinen Einstellungen ja nichts geändert und wenn doch unbeabsichtigterweise, müsste das Phänomen ja bei anderen ebenfalls aufpoppen …. aber diesbezüglich ist das die erste oder einzige derartige Rückmeldung. Ich kann bei meinen Einstellungen auch nichts finden, das für mich auf den Fehler hinweisen würde … hast du schon probiert, das Abo einfach aufzulösen und neu zu abonnieren? Das wäre das einzige, auch bei mir, was mir dazu einfällt, … falls das auch nicht hilft, werde ich beim Support anfragen, aber vorher möchte ich abklopfen, was da alles sein könnte. Mal schauen, ob sich was bei dir verändert, wenn ich das Abo bei dir lösche und neu abonniere … herzliche Grüße, Silvia

      1. Mach dir keine großen Gedanken.
        War ja nur eine Frage,
        weil ich irritiert war.
        Liebe Umarmungsgrüße M.M.

      2. diespringerin sagt:

        Kein Problem 😊, wäre ich auch 🤗

    2. diespringerin sagt:

      Also, ich habe jetzt mal „ent-abonniert“ und nach ein paar Minuten wieder „abonniert“. Gib kurz Bescheid, ob sich was geändert hat!. LG, Silvia

  4. syl65 sagt:

    The new energy wen receive when we learn to let go.. Again, wonderful thoughts 🙏🏽☮️🌍💫

    1. diespringerin sagt:

      💥💫🌍🌎🌏🌟 Thank you so much, Syl, have a very good start into the new week!

      1. syl65 sagt:

        You’re welcome always, Silvia. Thank you very much and you have a great start into the new too! 🌞🌍🌍🌍💫✨

  5. Stefan Kraus sagt:

    Wow Nr.2.
    Großartig, Silvia. Das ist ein Urknall. In meinem Universum der Beginn (v/e/d) Kunst. ❤️

    1. diespringerin sagt:

      Ja, wir sind nicht nur ein Stern, der aus einem Urknall entstand, sondern ein Universum, in dem stets neue Sterne entstehen, wenn wir sie denn entstehen LASSEN. Im Augenblick hoffe ich ja, dass aus dem derzeitigen politischen Chaos (Covid ist ja nur mehr der Aufhänger) auch wieder eine neue Ordnung entsteht, die sanfter und damit besser ist als die vorhergehende. Die Unruhen beschäftigen mich doch immer wieder, und dann fiel mir das wieder ein, eine Erfahrung des Chaos, die mich jedes Chaos in meinem Leben besser verstehen ließ und mich immer wieder eine neu erwachte Lebendigkeit spüren ließ und lässt. So wie innen, so außen, nicht wahr? Danke, Stefan, für deinen wunderbaren Kommentar, den ich sehr gut verstehe …❣💥

  6. Wow toll geschrieben, ich habe es richtig mitgefühlt. Die Schüchternheit, ob ich ausgebrochen wäre weiß ich nicht, glaub ich nicht. Respekt das du dich getraut hast 😊

    1. diespringerin sagt:

      Danke schön 😊, rückblickend kann ich zu solchen Entscheidungen nur sagen: ich bereue nie, es getan zu haben, sondern wirklich nur, wenn ich es NICHT getan habe. Ich bin dankbar über jeden Moment des Mutes, nur so kommt man sich selbst immer näher. Die wichtigste Beziehung im Leben ist ja die zu einer/m selbst. Aber wie ich das deinem Blog entnehme, weißt du das schon längst :), was mich sehr, sehr freut! Herzliche Grüße aus Wien!

      1. Danke sehr ☺️ ja ich übe mich auch im offen seien und freue mich jedesmal wenn ich Fortschritte mache. Du bist da definitiv schon weiter 😀 danke und viele Grüße zurück aus Baden Baden

      2. diespringerin sagt:

        🤗😊🌎🌍🌏☮️Bleib gesund und fröhlich ☺️

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