Amsterdam … die Springerin auf Reisen (2)

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Fortsetzung …

Der Zauber der Stadt fing sie ein, indem sie sich dem Augenblick ergab. Sie strömte mit. Ging über die Brücke und gelangte ins berühmte Rotlichtviertel, ohne es gesucht zu haben. Fand die ebenso berühmten Schaufenster, in denen sich die Damen des Gewerbes zur Schau stellten. Zigaretten rauchten, während sie warteten, oder auf ihre Smartphones eintippsten, den Passanten den Rücken und ihren nackten Allerwertesten zugewandt, auf ein Minimum an Privatsphäre reduziert. Diese Kabinen mit den Liegen aus … Kautschuk? Keine Polster, keine Decken, keine erotische Atmosphäre, zumindest nicht, was sie darunter verstand. Nur nüchterne Geschäftsmäßigkeit. Da und dort ein Sessel mitten im Raum. Zweckmäßig, leicht zu reinigen. Oder so.

„No fucking photos!“ stand da an den Wänden zu lesen. „Respect the ladies!“ Wer zur Hölle benötigte solche Anweisungen??? Eine rhetorische Frage.

Sie ließ sich weiter treiben, schritt durch enge Gassen, überquerte Brücken, die sich über lauschige Kanäle spannten, Licht und Schatten gingen eine ziemlich berauschende Verbindung ein, wie ihr schien. Oder lag das am süßlichen Duft, der in der Luft lag, an manchen Stellen stärker als an anderen?

Sie genoss die Sonnenstrahlen, die Wärme, die Geräusche, die gedämpft klangen, die Wortfetzen verschiedener Sprachen, die an ihr Ohr drangen. Sie lächelte zurück, tauschte Worte aus, sammelte Augenblicke wie Perlen an einer Schnur. Es würde eine schöne Kette werden … sie hatte bereits vergessen, dass es so etwas wie Alltag gab, Stress, was war das? Neue Computersysteme, die alles durcheinander brachten, was so schön geordnet war? Unruhe? Was genau sollte das sein? Es gab nur mehr den Teich mit opaker Fläche und den Stein, hineingeworfen, konzentrische Kreise, kleine Wellen …

… Amsterdam …

Fortsetzung folgt …

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. finbarsgift sagt:

    De nada…Liebe Grüße zur Nacht vom Lu

  2. Nochmals herzlichsten Dank :o) :o) …!

  3. finbarsgift sagt:

    Schön geschrieben!

  4. Ja, die Zeit vergeht unheimlich schnell, nicht wahr, und man kann in Dekaden rechnen … ich war ja noch nie in Amsterdam, in den Außenbezirken hat sich vielleicht etwas mehr geändert, in der Stadt selber wohl kaum … ist schön hier! Diese traumwandlerische Sicherheit der RadfahrerInnen hier ist sagenhaft … einen herzlichen Gruß zu dir! Silvia

  5. Ulli sagt:

    Schon beim ersten Bericht und den Bildern war es mir, als wäre es nicht schon eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich durch diese Stadt gewandert bin, ich traue es mich kaum zu schreiben, aber 25 Jahre müssten es sein- uff! Schön, dass mir so vieles noch immer so vertraut ist- aber nun gut, ich war dort oft und habe dann dort auch manchmal einige Wochen gelebt …
    herzliche Grüsse
    Ulli

  6. Danke DIR, liebe sylvia! Noch ein schönes wochenende! Gruß aus harlem…

  7. Ganz eintauchen, ganz präsent sein, alles hinter sich lassen, so ist Reisen ein Abenteuer und eine große Bereicherung. Danke für’s Teilen.

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