Amsterdam … die Springerin auf Reisen (5)

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Fortsetzung …

Feiernde Menschen. Die Musik hatte sie schon von weitem gehört. Nun stand sie vor dem Gebäude, offenbar so etwas wie einem buddhistischen Zentrum. Das Fest allerdings fand etwas weiter entfernt in einem Strandcafé statt. Sie konnte die Menschen schemenhaft erkennen. Kinder tollten herum. Der Junge von vorhin war verschwunden, vermutlich hinter der nächsten Sanddüne, zu den anderen Kindern hin.

Sie fotografierte das Wellblechgebäude, das in der untergehenden Sonne schimmerte wie poliertes Silber mit leichter Patina. Eine Frau goss die Pflanzen in großen Blumenbottichen. Sie schrubbte den Boden. Sie war schön, etwa in ihrem Alter, langes, braunes Haar, das sie halb aufgesteckt trug. Ein schwarzes Kleid aus Baumwolle, das ihre Figur umschmeichelte. Flip-Flops. Sie wirkte gesammelt, sehr ruhig, sehr im Jetzt.

Die Möwen kreischten und schwangen lässig über ihren Köpfen hin und her. Ein halbes Dutzend Buddhafiguren, die in einer Reihe überlebensgroß aufgestellt waren, wiesen ihre Zeigefinger schweigend gen Himmel (soferne sie diese noch hatten, denn einigen fehlte die ganze Hand, anderen war der Finger abhanden gekommen). Die Sonne ging  gerade unter und tauchte ihre nackten Rücken und Hintern in Gold. Wolkenbänke türmten sich auf und veränderten sich.

Wenn du glaubst, es ereignet sich etwas Großartiges, Leser, Leserin, wirst du enttäuscht. Es handelt sich hierbei ja nicht um einen Abenteuerroman sondern um ein Reisetagebuch.

Aber was bedeutet „großartig“ schon? Der Zauber des Abends war vollkommen. Die Springerin wollte nichts anderes als bei sich selbst ankommen, und als sie – Sand in den Schuhen – über die Dünen wanderte und auch noch den Buddha fand, … wünschte sie zumindest für diesen einen Abend nicht mehr. Sie wusste, es würde wieder anders werden. Auch das war ok, fand sie. Das gehörte dazu. Für sie.

Und so genügte es ihr, die feiernden Menschen aus der Ferne abzulichten und ihnen so etwas wie ein kleines, bescheidenes Denkmal zu setzen: „Ich war da, ich habe euch gesehen, ihr wart alle so schön! Danke!“

Fortsetzung folgt …

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Doch, es ereignete sich etwas Großartiges: „Der Zauber des Abends war vollkommen.“ Mehr kann man vom Jetzt nicht erwarten. 🙂

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    1. Schön, dass du das auch so siehst :o) … das sind die Momente … einen herzlichen Gruß zu dir!

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      1. Ebenso herzliche Grüße zurück!

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  2. UP sagt:

    Sehr schöne Bilder!! Der Buddha von hinten ist lustig 🙂

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    1. Danke dir sehr :o) … ich fand auch, das hat irgendwie was :o) …

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  3. incredible photos and story, thanks!

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    1. Thank you, really happy you like it :o) !!!!

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