Heimliche Lehrer / Secret Teachers (4)

(English version below)

Sie erinnerte sich an einen Bettler, den sie vor vielen Jahren einmal in einer Einkaufspassage in der Innenstadt gesehen hatte.  Zur Weihnachtszeit. Er lag demütig mit dem Gesicht nach unten gerichtet am Boden, mit den Händen zur stummen Bitte gefaltet.

Kaum einer blickte zu ihm. Noch weniger gaben ihm etwas.

Seitdem fragte sie sich immer wieder, was alles sein muss, damit ein Mensch das tun kann oder sich dazu gezwungen sieht (ist). Wieviele Faktoren da insgesamt zusammenspielen und wie weit unsichtbare Verbindungen bis in ihre ganz persönliche Welt hineinreichten. Und wenn es ihre betraf, dann war dies vermutlich auch für andere der Fall …

Sie fand, Bettler zu sein war wohl der undankbarste, härteste „Job“ der Erde. Wenn man kein buddhistischer Mönch war. Denn einem Bettel-Mönch etwas zu geben, soll ja das Karma aufbessern, hatte sie irgendwann einmal gehört.

***

She remembered a beggar whom she had seen in a shopping mall in the city center many years ago. It was christmas season. Laying humbly on the ground face towards the floor, he folded his hands to mute request.

Hardly anyone looked at him. Even less gave him something.

Since then, she always wondered what must have happend to make a person doing that or to feel compelled to do so. How many factors had to work together to make a constellation like that possible. And how many invisible connections existed reaching into every other single life.

She thought to be a beggar was probably the most ungrateful, hardest „job“ on earth. If you were not a Buddhist monk. To give the mendicant is good for carma, that’s what she had heard some time somewhere.

 

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  1. To give to those in need is to create a heaven on Earth. If there is an ultimate purpose for Karma it is to lead us to heaven on Earth. There is no end to giving, just the gift itself.

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