Festival La Gacilly – Fotoausstellung in Baden bei Wien, 2026

English translation below, thank you.

Click here: Festival La Gacilly-Baden Photo 2026

Sie merkte es nicht gleich, aber Don McCullins Fotos vom Krieg, den traumatisierten und toten jungen Männern in seltsamen Uniformen trieben ihr Tränen in die Augen. Sie verspürte Trauer und Schmerz. Zu viele sind geopfert worden, werden noch immer geopfert und vermutlich auch noch morgen, übermorgen und noch in weiter Zukunft.

Wer Identität mit Ideologien verwechselt.

Wer glaubt, auf der richtigen Seite zu stehen. Recht zu haben. Die Wahrheit zu kennen.

Wir alle, also. Wir alle.

Wann hören wir auf, unsere Kinder zu opfern? Unsere Seelen zu opfern? Wem oder was zu opfern?

Ja, manchmal muss man kämpfen. Weil die Freiheit Lebendigkeit braucht, nicht stumpfe Sicherheit des Nichtdenkens. Der Nicht-Verantwortlichkeit. Weil die Freiheit des selbständigen Denkens bedroht ist, und nur freies Denken führt zu echten Handlungen. Zum Wohle unserer wunderschönen, ja wunderschönen gemeinsamen Welt.

Um wirklich zu denken, muss man wirklich erwachsen werden dürfen. Nicht ewig Kind sein wollen. „Kinder an die Macht!“ hieß es – glaube ich – in den Neunzigern. Nein: Kinder auf die Spielplätze und in die Wälder! An die Macht echte Erwachsene, Nicht-Erwachsen-Gewordene hatten wir genug, und nein, Kinder sollen NUR auf die Spielplätze und nicht die Entscheidungen treffen, die die Erwachsenen nicht gewillt sind zu treffen. Schluss mit der Romantisierung. Wir müssen wirklich erwachsen werden, wachsen, und uns das auch für unsere Kinder wünschen. Wachstum ist Entfaltung. Und die Welt muss sich entfalten, denn sonst explodiert sie.

© Silvia Springer

She didn’t realize it right away, but Don McCullin’s photos of the war—the traumatized and dead young men in strange uniforms—brought tears to her eyes. She felt grief and pain. Too many have been sacrificed, are still being sacrificed, and will likely continue to be sacrificed tomorrow, the day after tomorrow, and far into the future.

Those who confuse identity with ideologies.

Those who believe they’re on the right side. That they’re right. That they know the truth.

All of us, then. All of us.

When will we stop sacrificing our children? Sacrificing our souls? Sacrificing them to whom or what?

Yes, sometimes you have to fight. Because freedom requires vitality, not the dull security of not thinking. Irresponsibility. Because the freedom of independent thought is under threat, and only free thoughts lead to genuine actions. For the sake of our beautiful—yes, beautiful—shared world.

To truly think, one must be allowed to truly grow up. Not want to remain a child forever. “Power to the children!” was the slogan—I believe—in the nineties. No: Children to the playgrounds and into the woods! Let real adults take power—we’ve had enough of those imature adults—and no, children should ONLY go to the playgrounds and not make the decisions that adults are unwilling to make. Enough with the romanticization. We must truly grow up, mature, and wish the same for our children. Growth is unfolding. And the world must unfold, or else it will explode.

Translated with help of DeepL.com (free version)

17 Kommentare auch kommentieren

  1. Kerstin P. sagt:

    Liebe Silvia,
    ich habe mir mit dem Kommentieren Zeit gelassen, dein Beitrag erschüttert und erinnert mich zu gleich an das, was ich seit meiner Kindheit versucht habe umzusetzen, die Welt ein wenig besser zu machen. Da es mir nicht gelungen ist, brauchte ich eine Weile um mein Drängen, mit dir hier in den Austausch zu gehen, zuzulassen. Im Grunde bin ich zutiefst traurig, fühle mich verloren und schäme mich bei jedem Gramm Gewicht zu viel, weil ich mir immer denke, das ist der Überfluss, der verhindert, dass der Hunger auf der Welt endlich endet. Bei jeder Streitigkeit denke ich, ja so entsteht Krieg, erst im Kleinen, dann im Großen. Wenn ich Momenteweise das ganze Leiden und Unglück auf der Welt vergesse und diesen kurzen Augenblick lang genieße, dann habe ich hinterher ein schlechtes Gewissen, gerade jetzt passiert unfassbares Elend!
    Ich habe kein Rezept, keine Lösung, nicht den Hauch einer Idee was zu tun wäre, naja ich habe Vorstellungen die an Utopie grenzen, sowas wie: Was, wenn alle Menschen, die im Krieg kämpfen einfach aufhören, im gleichen Augenblick, sich umdrehen und nicht mehr mitmachen. Wenn alle LKW Fahrenden, die gerade Tiere zur Schlachtung karren einfach anhalten, die Tiere frei lassen und austeigen, nicht mehr mitmachen. Wenn keiner mehr die KI benutzt, alle einfach aufhören mitzumachen und nur Diejenigen an die Macht gelangen, die keine Macht wollen. Diejenigen, die Erwachsen sind in ihrem Lebensausdruck der sich daran zeigt, dass sie sich verbunden fühlen und verbunden handeln, mit allem, nicht mehr Diejenigen die sich am besten behaupten, durchsetzen und abgrenzen können. Wir sind nicht getrennt, darum leiden so viele, weil sie es verdrängt haben, vergessen und wegkonditioniert wurden, weg von sich selbst. Ich weiß noch wie meine Tochter aus der Schule kam in der ersten Klasse und Jemand sie fragte, na hast du schon Freunde gefunden und sie sagte fröhlich, natürlich, die ganzen Kinder in der ganzen Schule sind meine Freunde. Ja, das war natürliches Sein und als wir ein Jahr in Westafrika auf den Kapverden wohnten, das war 1991, da sahen wir, wie Verbundenheit gelebt wird, es war wunderbar, bereichernd, zu erfahren, wie wenig man eigentlich zum Leben braucht, wenn man bewusst lebt, teilt und achtsam ist. Bis dann der Tourismus kam und auch dort jede Verbundenheit zerstörte. Die Medikamente, die wir nach einem Cholera Ausbruch dorthin schickten, die hat ein Mann mit Machtbefugnis aus dem Flugzeug gestohlen und sie dann seinen Hunden gegeben, er hatte eine Kampfhundezucht und wollte die Tiere in Topform bringen, während seine Landsleute und deren Kinder an der Cholera verreckten.
    Wenn ich dann lese, dass die Möglichkeit bestünde, die KI könnte Millionen Menschenleben vernichten, dann frage ich mich wer solche Schlagzeilen verfasst während wir, die Menschen selbst, die Lebewesen millionenfach vernichten. Wie viele Menschen sind durch Menschen gestorben, unzählige.
    Den ganzen Wahnsinn und die Finsternis wahrnehmen, die sich erneut ausbreiten seitdem wir Hippies waren oder Schwerter zu Flugschaaren riefen und damals glaubten, wir könnten es zum Besseren wenden, aber das haben wir nicht und diejenigen die es gekonnt hätten, sind einer blinden New Age Spiritualität gefolgt in welcher auch nur Egoismus, verkleidet als Erleuchtungssuche gelebt wurde. Das alles zermürbt und ich möchte jetzt aufhören mit dieser Aufzählung des Grauens und dir im Grunde nur sagen, es gibt viele, die so fühlen wie wir aber nicht Viele genug, leider!
    Sich darüber austauschen im Wissen aber, dass es UNS gibt, das ist der kleine Trost den wir brauchen, um nicht auch völlig dicht zu machen und uns vollkommen abzuschotten. Also danke, dass du wenn auch viel weniger, aber immer noch schreibst!
    Ich sende dir eine Fernumarmung und jedem, der das hier mit offenem Geist liest, von Herzen Kerstin

    1. diespringerin sagt:

      Liebe Kerstin,
      Danke für deinen berührenden Kommentar, deinen Besuch auf meinem Blog, dein Interesse an meinen Texten – es ist immer schön für eine Schreibende, das zu hören, denn schreiben ist immer ein Hinausreichen in die Welt. Das schlechte Gewissen haben immer die Falschen. Die, deretwegen die Balance schon längst verloren gegangen ist, sind zu siegesgewiss, zu selbstbewusst, zu selbstverliebt, zu sehr von sich und ihrer Fehllosigkeit überzeugt, die lesen diese Texte auch gar nicht. Es ist so, wie du es sagst, wir können die Welt nicht ändern, nur einander Trost schenken, ermutigen, auch noch am letzten Tag unserer Menschheitsgeschichte noch Bäume zu pflanzen, miteinander ausmalen, wie es hätte sein können oder vielleicht sogar noch wird. Wer weiß? Die Geschichte ist noch nicht zu Ende.
      Ich habe oft ähnliche Fantasien wie du, was, wenn alle in dem alten, bösen Spiel der Morallosigkeit und der absoluten Wirtschaftsgläubigkeit (die ja auch nur Fassade für die Gier der Wenigen ist, alles besitzen zu müssen, aus Angst, es sei nicht genug für alle da, dabei wäre genug für alle da, aber Privatjets gingen sich vermutlich nicht ganz aus für jeden, oder Superyachten oder was auch immer. Sind die glücklich? Ich glaube nicht. Sie sind die Ärmsten unter uns.) einfach sagen würden: Schluss damit, ich mache nicht mehr mit. Wir tun uns alle zusammen und brauchen keine KI oder Geld …. nur einander und Vertrauen …
      Wir werden alle sterben. Aber vermutlich nicht heute, oder morgen oder nächste Woche. Und während wir sterben, werden andere gerade geboren. Ich hoffe sehr, dass auch sie noch erleben, durch Wälder zu streifen und Vögel zu beobachten, oder Füchse, oder was auch immer, und ihre ersten oder letzten Küsse im Schatten eines großen, alten Baumes auf feuchtem Moos auszutauschen …
      Vertrauen und Hoffnung. Und Mut, unsere Vorstellungen im Alltag so gut wie möglich umzusetzen, und sei es, nur ein kleines Vorbild für eine bestimmte mutige Tat oder ein konsequentes, liebevolles (nicht besserwisserisches und dogmatisches) Leben zu sein: Ich bin einfach, was und wer ich bin, nicht mehr, nicht weniger, bedeutend, unbedeutend, einfach da.
      Herzliche Grüße an dich und fühl dich ebenfalls umarmt! Hab noch einen schönen Abend und einen noch besseren Wochenbeginn!
      Silvia

  2. Michele Lee sagt:

    A powerful piece. Thank you for sharing.
    „only free thinking leads to real action“

    1. diespringerin sagt:

      Thank you so much for reading 🫶🪷

      1. Michele Lee sagt:

        Happy to do so. 💛😊

  3. Ich habe es bei mir angezeigt.

    1. diespringerin sagt:

      🪷🙏🫶

  4. Du, ich hab grad von Amts wegen so Einiges zu bewirken 😉 komme aber auf meinen Erstkommentar zurück
    Liebe Grüße dir nach Wien

    1. diespringerin sagt:

      Grüße zu dir🙏☺️🪷

    1. diespringerin sagt:

      🫶 📎🤍🫶🪷

  5. Guten Morgen Silvia,

    Vorab herzlichen Dank dir für deinen wenn auch scheinbar unscheinbaren Klick in einem Blogeintrag von mir aus dem Jahr 2024. Da ich, je nach innerlich Gedanken~ und Gefühlswelt, gerne Musik dessen textlich Botschaft ich schon verinnerlicht habe ( mir noch nicht bekannte Songtexte würden mich aufgrund meines intensiven Zuhörens ablenken) beim Schreiben höre ………….. so auch jetzt, wobei ich jetzt noch nicht weiß ob ich etappenweise kommentieren werde. Die Thematik des Erwachsenseins und dennoch unser inneres Kind bewahren spricht mich nebst deinen weiteren Zeilen in deinem Eintrag sehr an. A’ho und H’OKaye und …………… da ist auch schon meine erste innenhaltende kleine Schreibpause weil I noch goa koan Kaffee hoat

    Oiso bis gleich oda a wengal späta
    https://youtu.be/HkpweRtTEGg?si=RuRtoNxlVvhCy7Mi

    1. diespringerin sagt:

      Nur kein Stress, alles easy, danke für deine Kommentare und deinen Besuch, hoffe Kaffee war gut (ich geh davon aus ;) ), herzliche Grüße!

  6. Gisela sagt:

    Liebe Silvia, Don McCullins Fotos sind beeindruckend. Ich frage mich, welche davon mich mehr erschrecken, die vom Krieg oder die von verhungernden Kindern. Heutzutage berichtet die Presse von Kriegen, verschweigt jedoch die Hungersnöte auf der Welt, bei denen Tausende sterben. Ebola wird zur Randnotiz. Materialismus ist längst wichtiger geworden in diesem kalten Zeitgeist. In Afrika sterben Kinder in den Armen der hilflosen Mütter. Im Krieg sind aus Kindern Erwachsene geworden. Jeder Soldat hat eine Mutter, die um ihn bangt. Die Menschen müssen aufhören, materialistische Ziele zu verfolgen, und auf den Luxus der Vielfalt verzichten. Auch ein Glas Wasser kann Luxus sein. Ja, man muss jeden Tag kämpfen, um unsere wunderschöne Welt. 💟liche Grüße, Gisela

    1. diespringerin sagt:

      Liebe Gisela, wahre Worte! Die Bilder waren so eindringlich, dass ich gar nicht gleich merkte, wie tief ihre Sprache in mich ziemlich unmittelbar eintrat, die Tränen rollten einfach ebenso unspektakulär und still aus meinen Augen wie die Bilder einfach Zeugnis abgaben. Mitgefühl spricht aus ihnen, so groß, dass der Mensch es sogar ertragen, alles zu sehen, um es zu zeigen. Nicht spektakulär. Das ist Kunst. Ich bin noch immer ganz gefangen und frage ich, wie wir all das einfach so hinnehmen, dass ein Teil der Menschheit so leidet, nur weil wir glauben, Geld und Luxus seien Maßstab von Bedeutung….ich grüße ganz herzlich zurück! Silvia

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.