Haselreife, Fortsetzung

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Und als die Haselnuss reif war, hatte sie das Ende der Täuschung gerade überlebt. Etwas Wesentliches hatte seinen Abschluss gefunden, ein Schmerz begonnen, aber was blieb, war der Samen für etwas Neues. Bilder stiegen in ihr auf, als sie durch die spätsommerlichen Felder streifte, mit ihrer Kamera ausgerüstet, ihrer Therapeutin, einer der besten, die es geben konnte, wie sie fand. Half ihr diese doch, in der Liebe zu bleiben, in der Liebe zur Welt.

Ihr Leben war zum Chaos geworden. Sie hatte keine Kontrolle mehr, schon lange nicht. Sie hatte diese Tatsache akzeptiert. In dem völligen Durcheinander blickte sie durch die Linse ihres Fotoapparates und erkannte wundersame Details und Vollkommenheiten, die ihr den Atem stocken ließen. Natur und Menschen offenbarten die Schönheit ihrer Seele und legten Zeugnis ab dafür, das Leben in all seinen Ausprägungen zu bejahen, es zu umarmen und als Geschenk zu begreifen: für sich selbst und für die Welt.

Und nach einem kurzen Atemhalten, der ihrer Ergriffenheit über die Schönheit geschuldet war, die in allem lag, das sie wirklich liebevoll betrachtete, begann sie umso tiefer und kraftvoller zu atmen.

 

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Dank dir auch :o)!!!

  2. teekay1st sagt:

    Glücksmomente erkennen, JA!
    Danke dafür

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